Dating-App „Bumble“ – Flirten mit vertauschten Rollen?

Wenn man die Dating-App Bumble öffnet, sieht es zunächst fast aus wie bei der Konkurrenz von Tinder.  Doch bei Bumble ist nicht nur die Farbgebung durch den satten Gelbton anders: Hier entscheiden nur die Frauen ob es zu einer Kontaktaufnahme kommt oder nicht.
Gibt es ein Match (selbes Prinzip wie bei Tinder – man findet den/die Andere(n) in seiner Nähe attraktiv und wischt auf dem Bildschirm in die entsprechende Richtung), hat die Frau 24 Stunden Zeit um eine Nachricht an den Matchpartner zu schicken und so mit ihm in Kontakt zu treten. Kann sich die Frau nicht dazu aufraffen, verschwindet das Match nach Ablauf der Zeit.

Warum das Ganze? Bei den meisten Dating-Apps ist es so, dass meist die Männer den ersten Schritt zur Kontaktaufnahme, auf mehr oder weniger charmante und direkte Weise vollziehen. „Bock auf Sex?“ oder „Ficken?“ dürften dem Großteil der weiblichen Nutzer auf den gängigen Dating-Apps wohl schon als erste Kontaktaufnahme begegnet sein. So gilt Tinder heute scheinbar als beste Adresse für Dates mit eindeutig zweideutigen Absichten. An dieser Stelle wollen und können wir natürlich auch nicht abstreiten, dass sicherlich auch ein Teil der weiblichen Nutzer, für die sich in manchen Kreisen anscheinend auch der Begriff „Tinderella“ etabliert hat, die Apps bewusst für Abendteuer oder unverbindliche Arrangements nutzt. 😉

 

Quelle: Bumble

Quelle: Bumble

Bumble leitet im Rahmen der Kontaktaufnahme einen Rollentausch ein: Hier machen nur Frauen den ersten Schritt. Die Kontaktaufnahme durch die Frau soll Männern

so schmeicheln, dass sexistische Äußerungen nicht mehr so leicht von Fingern gehen und die Herren von selbst den Drang verspüren sich zu benehmen. Sogar von einem Zwang zur Höflichkeit ist die Rede.
Grundsätzlich hält aber natürlich erstmal nichts davon ab, nach dem“Hallo“ der Dame doch mit einem eindeutigen Angebot oder Bild zu antworten. Inwiefern der von Bumble eingeführte“VIP Status“ für richtlinientreue Nutzer die eindeutigen Angebote aus den Chats heraushalten kann, erscheint daher durchaus fraglich.

Inzwischen sollen mehr als eine Millionen Datingwillige, die App auf dem iPhone nutzen. Bumble kündigte auf seiner Facebook Seite an die App noch im November auch für Android zur Verfügung zu stellen. In den USA ist die Resonanz auf die App scheinbar positiv.

In  Deutschland halten sich die Nutzer noch zurück. Zu wenige nutzen die App, was zu grundsätzlich weniger potentiellen Matches führt. Der Spaß an der App ist schnell verflogen, wenn der motivierte Single nur fünf oder sieben Matches in seiner Region findet. Problematisch sei auch die Vernetzung der App mit Facebook, über die die Anmeldung in der App verläuft. In der SZ berichtet eine junge Frau (24) von ihren Hemmungen die Initiative zu ergreifen. Es falle ihr schwer nach nur wenigen Fotos aktiv zu werden, weil man keine Informationen habe, auf die man Bezug nehmen kann. Männer, die auf Standardsprüche und „irgendwelche Maschen“ zurückgreifen, könne sie jetzt besser verstehen. Die erste Kontaktaufnahme sei immer schwierig.

Setzt man sich mit der Hintergrundgeschichte der App auseinander, wird auch klar, warum sie an Tinder erinnert: Die Gründerin war früher selbst Vizemarketingchefin bei Tinder, trennte sich dann aber von ihrem Freund, dem Marketingchef. Unschöne Textnachrichten des Ex und der Hinweis desVorgesetzen vielleicht besser zu kündigen, sollen die Folgen gewesen sein. Es folgte eine Klage gegen Tinder wegen Diskriminierung und sexueller Belästigung. Außergerichtlich einigte man sich auf eine Millionen Doller – das Startkapital für Bumble.

Kennt ihr Bumble? Hat jemand von euch die App vielleicht schon genutzt?
Was haltet ihr grundsätzlich von dieser Idee?

Quellen und Links zum Weiterlesen:
Bumble.com
Süddeutsche Zeitung: Feministisch tindern?
curved: Dating-App Bumble: Hier entscheidet die Frau
mashable: Former Tinder exes launch Bumble, a dating app that looks like Tinder

30 Kommentare

  1. MrShelby
    MrShelby
    14. November 2015

    Dann wird wohl in vielen Fällen nie was passieren, was man schnell sieht, wenn man bei Tinder als Mann nicht den ersten Schritt macht. Davon mal abgesehen, ist dies arg sexistisch, da auf der Basis des Geschlechts entschieden wird, wer eine "Erlaubnis" zum Flirt erteilen darf. Da ist Tinder -man mag es kaum schreiben- wesentlich fortschrittlicher und weniger restriktiv. Von daher ist der Titel "vertauschte Rollen" unrichtig: Bei Tinder entscheiden grundsätzlich beide, ob es zum Flirt kommt oder nicht. Jede/r hat die gleiche Chance sein/ihr Gegenüber witzig, kreativ, langweilig etc. anzuschreiben. Eine schon technische bedingte Festlegung auf Rollen kommt erst mir Bumble ins Spiel.

  2. Mikiyo
    Mikiyo
    14. November 2015

    Die App sieht sich selbst als Mittel gegen Sexismus.
    Ich zitiere mal die Süddeutsche:
    Sexistische Annäherungsversuche wie diese soll es nicht geben bei "Bumble" – der Dating-App, die sich selbst feministisch nennt, weil Frauen dort den ersten Schritt machen müssen.

    Ich glaube, es geht nicht unbedingt darum, wer entscheidet ob Kontakt aufgenommen wird. Liest man sich bei Bumble ein, wird immer wieder darauf verwiesen, dass in der Realität fast immer Männer den ersten Schritt machen (und Frauen das auch erwarten). Da soll der "Rollentausch" stattfinden.
    In dem Artikel wird auch auf eine Soziologin verwiesen, die das positive in der App vor allem darin sieht, dass man darüber nachdenkt, "wie es sonst läuft".

  3. MrShelby
    MrShelby
    14. November 2015

    Die Chance zum Rollenwechsel haben Frauen immer – sie müssen es nur mal tun…

  4. Mikiyo
    Mikiyo
    14. November 2015

    Das streite ich auch nicht ab. :zwinker:
    Ich hebe nur hervor, dass gerade der Zwang dazu und die angeblichen (positiven?) Folgen in der App hervorgehoben werden. Ist eben fraglich, ob das wirklich positiv ist.

  5. MrShelby
    MrShelby
    14. November 2015
    Off-Topic:
    Ich finde es sehr unglücklich, dass manche Beiträge im Ausgangspost freigeschaltet und später massiv erweitert werden. So kommentiert man einen Dreizeiler, der dann zum späteren Beitrag ggf. garnicht mehr richtig passt.
  6. Mikiyo
    Mikiyo
    14. November 2015

    Off-Topic:

    MrShelbyOff-Topic:Ich finde es sehr unglücklich, dass manche Beiträge im Ausgangspost freigeschaltet und später massiv erweitert werden. So kommentiert man einen Dreizeiler, der dann zum späteren Beitrag ggf. garnicht mehr richtig passt.

    Das hängt mit der Software zusammen. Betreffende Beiträge werden im Blog und dann direkt hier in der Kurzform gepostet (da kann ich auch keine Verzögerung einstellen). Ich habe eigentlich immer binnen einer Minute die lange Version ergänzt. Unten den Dreizeilern steht ja auch immer der Link zum Blog. Vielleicht seht ihr das künftig als Hinweis für 2,3 Minuten Geduld? :zwinker:
    Wenn ich etwas (aus dem Blogbeitrag) kürze, setze ich einen entsprechenden Hinweis (wie hier) unten in den Ausgangspost.
    Ich sehe das Problem auch und finde das unglücklich. Inwiefern wie da bald etwas dran ändern können, kann ich nicht sagen.

  7. Cranston
    14. November 2015

    Hach ja, das Problem mit den Flirting Seiten/Apps. Auf Tinder lief bei mir gar nix. Bei Lovoo hab ich mich vor 3 Wochen mal angemeldet und dort auch knapp 40 Matches(sicherlich auch viele Fakes dabei). Das Grundproblem, das wohl die meisten Männer kennen: Schreibt man selber Frauen an, gibt es trotz Match in den meisten Fällen keine Antwort oder die Chats laufen extrem oberflächlich ab. Na gut, wenn es wirklich stimmt, dass die Damen dort bis zu 50 Nachrichten am Tag bekommen, kann ich das sogar nachvollziehen. Leider wartet man auch vergeblich, dass eine Frau mal zuerst schreibt.

    Die App klingt für mich durchaus interessant. Ob das sexistisch ist oder nicht, ist mir dabei erstmal völlig egal. Ich seh das so: Ich kann mich zurücklehnen und entspannt warten, ob eine Dame schreibt oder eben nicht. Muss ich keine Zeit mehr damit verschwenden eine sehr gute Mail zu verfassen, auf die es dann eh keine Antwort gibt.

    Ich würde die App auch sehr gern testen. Aber seh ich das richtig, dass es diese nur fürs iPhone gibt? Keine Android Version? :depri: Ich hoffe, diese kommt noch. Ansonsten gehen dort eine Menge User verloren.

  8. banane0815
    14. November 2015
    Mikiyo

    Die App sieht sich selbst als Mittel gegen Sexismus.
    Ich zitiere mal die Süddeutsche:
    Sexistische Annäherungsversuche wie diese soll es nicht geben bei "Bumble" – der Dating-App, die sich selbst feministisch nennt, weil Frauen dort den ersten Schritt machen müssen.

    Meiner Meinung nach ist es absolut sexistisch, alle Männer per definition zu Arschlöchern zu erklären, die Frauen mit nivaulosen Nachrichten, wie z.B. "Ficken?" anschreiben und ihnen deshalb die Berechtigung zur Kontaktaufnahme zu entziehen.

    Wenn man sich als Mann bei diesem Portal registriert, gibt man damit doch gleichzeigig jegliche Selbstachtung ab und macht sich ganz freiwillig zum Bittsteller, der sich einzig und allein der Gunst (oder Willkür?) der holden Weiblichkeit unterwirft.

  9. Mikiyo
    Mikiyo
    15. November 2015

    CranstonIch würde die App auch sehr gern testen. Aber seh ich das richtig, dass es diese nur fürs iPhone gibt? Keine Android Version?

    Laut einem Beitrag auf der Facebookseite von Bumble (Ende Oktober) soll die Android Version im November kommen.

    Was sagen denn die PL-Damen zu dieser App? Bisher lese ich hier zum Großteil Kritik (,die auch absolut nachvollziehen kann).

  10. schuichi
    schuichi
    15. November 2015

    Wieso haben sich derzeit noch gar keine frauen auf das Tehma gestürzt ? Ich finde es z.b zum teil vorteilhaft, weil ich sowieso keine Fickdates suche . Klar wenn mich ne Frau anschreibt "bock zu Ficken dann lehen ich gleich ab, fertig. Das große Problem ist, dass irgendwann die mänenr die lust verlieren um reinzuschauen weil die Komunikations eine Einbahnstraße ist.

    Dazu halt die fehlende Adroid Version.

  11. Blue_eye1980
    17. November 2015

    Ich merke es ja auch bei Tinder…. da hast ein Match.. schreibst die Herren an, und hörst nie wieder was.

    Mit der Zeit nervt sowas nur mehr.

    Daher wäre es mal eine Alternative :zwinker:

  12. RiaSommer
    17. November 2015

    Ich finde die Idee gut. Ich versehe zwar die Kritik, dass man nicht auf die "Gnade der Frau" angewiesen sein möchte, aber ein Mann der unbedingt selber den ersten Schritt machen möchte, muss sich ja nicht da anmelden.

    Ich sehe trotzdem, dass die App eher Männer- als Fraunenprobleme löst – als Frau ist man bspw. bei Tinder einfach gar nicht gezwungen, Männer anzuschreiben. Sie kann sich zurücklehnen, abwarten und dann reagieren, wenn ihr von den Typen, die sie anschreiben, auch noch die weiteren Bilder zusagen. Vielleicht schreibt sie mal einen an, der ihr unter den Matches besonders aufgefallen ist – aber warum sollte sie sich grundsätzlich ansrgengen, wenn sie doch auch einfach abwarten kann? – Durch diese App wäre sie eben gezwungen, weil sie es ihre einzige Möglichkeit ist, ein Date zu bekommen.

    banane0815Meiner Meinung nach ist es absolut sexistisch, alle Männer per definition zu Arschlöchern zu erklären, die Frauen mit nivaulosen Nachrichten, wie z.B. "Ficken?" anschreiben und ihnen deshalb die Berechtigung zur Kontaktaufnahme zu entziehen.

    Nicht alle Männer, aber es reicht ja schon, wenn 30-50% so drauf sind um eine gewisse negative Grundstimmung zu erzeugen – und darunter leiden dann nunmal auch die übrigen 50-70%. Lässt sich leider nicht ganz vermeiden. Selbst wenn es nur 10% der Männer sind – schlechte Erfahrungen lassen einen auf der Hut sein. Ein Mensch, der einmal nachts in einer dunklen Gasse überfallen wurde, wird zukünftig auch vorsichtiger und ängstlicher sein – auch wenn vorher 100 Mal nichts passiert ist, als er durch die Gasse ging.

    banane0815Wenn man sich als Mann bei diesem Portal registriert, gibt man damit doch gleichzeigig jegliche Selbstachtung ab und macht sich ganz freiwillig zum Bittsteller, der sich einzig und allein der Gunst (oder Willkür?) der holden Weiblichkeit unterwirft.

    Ist man nicht immer der Gunst/Willkür des Gesprächspartners unterworfen? Auch wenn du die Möglichkeit hast, einen Flirt zu initiieren – wenn sie nicht darauf einsteigt, dann kannst du es nicht erzwingen. Und das ist ja auch ganz gut so – umgekehrt möchtest du es ja auch nicht.

  13. MrShelby
    MrShelby
    17. November 2015

    Ähem…mehr als ein beliebiges und nichtssagendws "Hi" muss die Frau hier doch auch nicht bringen, damit es losgeht. Es ist ja nicht so, als müsste die Frau hier durch die App von sich aus mehr tun, um in eine neue Rolle zu kommen. Entsprechend sehe ich den Vorteil der App nicht.

    Eine App auf der Basis der im Thread genannten Vorverurteilungen finde ich ohnehin sehr rückschrittlich. Und dies ironischerweise in einer Zeit, in der gerade wegen der Flüchtlingdiskussion immer peinlich genau darauf geachtet wird, dass dumpfe Generalisierungen nicht um sich greifen sollen…

  14. caotica
    17. November 2015

    Ich kapiers nicht so ganz… aber ich versteh ja schon nicht, wie man sich von "Bock zu ficken?" belästigt fühlen kann. Kann man doch einfach ausblenden? Idioten gibts immer. In der Mehrzahl sind sie gefühlt meist auch. Außerdem ist das einfach DIE Umgebung für genau solche plumpen Annäherungen, geradezu dafür gemacht. So what?

    Außerdem kann man ja auch
    Frau: "Hallo!"
    Mann: "Bock auf Ficken?"
    hinbekommen.

    Find jetzt nicht, dass das, real betrachtet, irgendwas ändert.
    Außerdem bin ich kein Freund erster Schritte, sowieso schon nicht… nee, das klingt irgendwie anstrengend und echt nicht "neu".
    Das zieht nur, wenn jemand nicht drüber nachdenkt und einfach die Marketing Strategie als gegebene Wahrheit hin nimmt.

    Ist für mich jetzt nicht besser oder schlechter als jede andere Dating App. Ich kann mich allerdings auch nicht so wirklich durchringen, zu daten 😀 weder über App noch real. Hab das durch. Reicht mir. Ich find das alles so anstrengend, und in keinerlei Preis/Leistungsverhältnis stehend :zwinker:

  15. RiaSommer
    17. November 2015
    MrShelby

    Ähem…mehr als ein beliebiges und nichtssagendws "Hi" muss die Frau hier doch auch nicht bringen, damit es losgeht. Es ist ja nicht so, als müsste die Frau hier durch die App von sich aus mehr tun, um in eine neue Rolle zu kommen. Entsprechend sehe ich den Vorteil der App nicht.

    Das ist wahr, aber mehr kommt von Männern oft anfangs auch nicht. Und ein "Hi" Ist immerhin mehr als gar nichts, die Frau muss aktiv werden, das ist mehr als nur "wischen".

    MrShelby

    Eine App auf der Basis der im Thread genannten Vorverurteilungen finde ich ohnehin sehr rückschrittlich. Und dies ironischerweise in einer Zeit, in der gerade wegen der Flüchtlingdiskussion immer peinlich genau darauf geachtet wird, dass dumpfe Generalisierungen nicht um sich greifen sollen…

    Was meinst du denn mit Vorverurteilung?

  16. MrShelby
    MrShelby
    17. November 2015

    Ein "Hi" ist nichts. Das ist Kreativität der Version 0.0.

    Tinder ist ein Massengeschäft. Selbst bei kreativen, auf das Profil bezogenen ersten Sätzen, kommt nix. Daher stellt sich die Frage: Warum bei geringer Resonanz viel investieren? Viele scheinen Tinder eh nur als Egopush zu nutzen. Dazu kommen noch sehr viele gefakte Frauenprofile.

    "Der Mann ist durch das Mann-sein der typische Aggressor und daher wollen wir 'die Frauen' schützen" – stereotyper geht es nicht. Jemanden bei Tinder zu blockieren dauert rund eine Sekunde. Bilder zuschicken geht da nicht einmal. Beide Seiten können sich unliebsamer Leute blitzschnell entledigen.

    Eine Frau, die Bumble gerade wegen dieses stereotypen Geschlechterbildes nutzt, ist als Partnerin eh unbrauchbar. Oder möchte jemand einen Partner/eine Partnerin, der/die sich ähnlich "intelligent" über "die Moslems" oder "die Ausländer" äußert?

  17. RiaSommer
    17. November 2015
    MrShelby

    Ein "Hi" ist nichts. Das ist Kreativität der Version 0.0.

    Tinder ist ein Massengeschäft. Selbst bei kreativen, auf das Profil bezogenen ersten Sätzen, kommt nix. Daher stellt sich die Frage: Warum bei geringer Resonanz viel investieren? Viele scheinen Tinder eh nur als Egopush zu nutzen. Dazu kommen noch sehr viele gefakte Frauenprofile.

    Richtig – Dating Apps sind Massengeschäft, deshalb gehen sowohl Männer als auch Frauen ohne Kreativität ran – trotzdem beschweren sich Männer, dass sie immer anschreiben müssen, oft keine Reaktion kommt. Das "immer anschreiben müssen" fällt erstmal weg und "keine Reaktion" erscheint mir deutlich unwahrscheinlicher (wenn auch natürlich nicht ausgeschlossen), wenn die Frau angeschrieben hat – und sei es nur mit einem "Hi". Auch ein "Hi" ist immerhin genau an diesen Mann gerichtet, er war immerhin interessant genug dafür – sie hätte ihn ja auch gar nicht anschreiben können. Anders als beim Wischen – da ist es der gleiche Aufwand, ob ich rechts oder links wische – hat sie sich aktiv entschieden, ihn anzuschreiben – mehr Aufwand als untätig zu bleiben.

    MrShelby

    "Der Mann ist durch das Mann-sein der typische Aggressor und daher wollen wir 'die Frauen' schützen" – stereotyper geht es nicht. Jemanden bei Tinder zu blockieren dauert rund eine Sekunde. Bilder zuschicken geht da nicht einmal. Beide Seiten können sich unliebsamer Leute blitzschnell entledigen.

    Eine Frau, die Bumble gerade wegen dieses stereotypen Geschlechterbildes nutzt, ist als Partnerin eh unbrauchbar. Oder möchte jemand einen Partner/eine Partnerin, der/die sich ähnlich "intelligent" über "die Moslems" oder "die Ausländer" äußert?

    Ich bestreite gar nicht, dass man bei Tinder keine Probleme bekommt – uncharmante Sexanfragen kann man immer bekommen, egal wie der Kontakt entsteht und loswerden kann man die bei Tinder wirklich sehr einfach. Ich finde nicht, dass man in der App eine bestimmte Vermittlung eines Geschlechterbilds sehen muss. Gerade hab ich den Eingangspost nochmal gelesen – da ist natürlich die Rede von sowas. Wie hier schon gesagt wurde wird die App aber nicht vor dummen Anmachen schützen (Dialog "Hallo" – "Bock auf Ficken?") – und dumme Anmachen kann man auch in anderen Apps gut loswerden. Meiner Meinung nach könnte der App eventuel gelingen, Männern eben diese Frauen zu "ersparen", die sich nur auf der Suche nach dem Ego-Push anschreiben lassen.

    Dazu möchte ich mal ergänzen: Frauen liken wohl im Schnitt jeden 17.-20. Typen bei Tinder. Männer linken jeder 2. Ich weiß das, deshalb schreibe ich keine Männer an – da die erste Hürde der Männer nicht sehr hoch ist, müssen sie bei mir eben noch die nächste nehmen und mich anschreiben. Wie viele mich von meinen Matches anschreiben weiß ich erstmal nicht – also matche ich fröhlich und lösche auch mal jemanden, der mich angeschrieben hat, weil mir bei näherer Betrachtung doch etwas nicht so gut gefällt. Ich kann mir vorstellen, dass das für den ein oder anderen Mann frustrierend ist, wenn das häufig so läuft. Wüsste ich, dass das Konzept anders läuft, würde ich mich anders verhalten.

  18. MrShelby
    MrShelby
    17. November 2015
    RiaSommer

    Auch ein "Hi" ist immerhin genau an diesen Mann gerichtet, er war immerhin interessant genug dafür – sie hätte ihn ja auch gar nicht anschreiben können. Anders als beim Wischen – da ist es der gleiche Aufwand, ob ich rechts oder links wische – hat sie sich aktiv entschieden, ihn anzuschreiben – mehr Aufwand als untätig zu bleiben.

    Welche Frau fühlt sich denn geschmeichelt oder macht sich nur irgendwas darauf, dass ein Mann sie ja immerhin mit einem "Hi" bedacht hat? Das "Hi" ist für mich nix – da hätte man auch nur ein Leerzeichen schicken können. Davon mal abgesehen kommen in vielen Fällen nur typischen immer gleichen Fragen nach Beruf etc.
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eher was draus wird, wenn man auf der Basis gleicher Interessen beginnt. Das ist bei den "Hi-Frauen" bei mir bisher nie der Fall gewesen.

    RiaSommer

    Dazu möchte ich mal ergänzen: Frauen liken wohl im Schnitt jeden 17.-20. Typen bei Tinder. Männer linken jeder 2. Ich weiß das, deshalb schreibe ich keine Männer an – da die erste Hürde der Männer nicht sehr hoch ist, müssen sie bei mir eben noch die nächste nehmen und mich anschreiben. Wie viele mich von meinen Matches anschreiben weiß ich erstmal nicht – also matche ich fröhlich und lösche auch mal jemanden, der mich angeschrieben hat, weil mir bei näherer Betrachtung doch etwas nicht so gut gefällt. Ich kann mir vorstellen, dass das für den ein oder anderen Mann frustrierend ist, wenn das häufig so läuft. Wüsste ich, dass das Konzept anders läuft, würde ich mich anders verhalten.

    Da sind wir wieder bei den Geschlechterklischees in deinem Hinterkopf: Woher willst du wissen, wer wie oft jemanden "liked"? Da die App seit Monaten sehr bekannt ist, dürften hunderttausende Leute sie im deutschsprachigen Raum (mal) genutzt haben. Ich kann da nur sagen: Ich weiß nicht, wie andere Leute (oder gar "die Frauen") das machen. Von einigen sehr wenigen weiß ich das, ja. Aber auch nur, weil das Thema zufällig aufkam. Und die Stichprobe von unter 5 ist nun wirklich nicht sehr aussagekräftig. Kommt es zum Match, scheint beiden auf den ersten Blick irgendwas gefallen zu haben. Und dann liegt es für mich an beiden, daraus was zu machen. Frauen, die sich nicht melden oder kaum Zeit investieren, fliegen bei mir sofort wieder runter. Dafür ist mir meine Zeit zu schade.

  19. RiaSommer
    17. November 2015
    MrShelby

    Welche Frau fühlt sich denn geschmeichelt oder macht sich nur irgendwas darauf, dass ein Mann sie ja immerhin mit einem "Hi" bedacht hat? Das "Hi" ist für mich nix – da hätte man auch nur ein Leerzeichen schicken können. Davon mal abgesehen kommen in vielen Fällen nur typischen immer gleichen Fragen nach Beruf etc.
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eher was draus wird, wenn man auf der Basis gleicher Interessen beginnt. Das ist bei den "Hi-Frauen" bei mir bisher nie der Fall gewesen.

    Vielleicht hab ich mich unklar ausgedrückt: Es geht nicht darum, dass nun Männer anstelle von Frauen Apps zum Ego-Push nutzen sollen und sich wahnsinnig geschmeichelt fühlen sollen, wenn eine Frau mal "Hi" schreibt. Ich sehe nur bei der Kontaktaufnahme mehrere Schritte: 1. Match, 2. Anschreiben, 3. Reaktion des anderen Teils, 4. ein echtes Gespräch entsteht. Auch hier im Forum habe ich von einigen Männern gehört, dass Frauen häufig nicht reagieren, wenn man sie angeschrieben hat – auch bein interessanten und kreativen Nachrichten nicht. Das ärgert diese Männer und das verstehe ich auch – aber genau das scheint mir in so einer App weniger wahrscheinlich, da man eben schon bei Schritt 2 der Kontaktaufnahme-Phasen ist, wenn die Frau den Mann anschreibt. Dann hat er es in der Hand, ob es zu Phase 3 kommt. Wenn dir ein Hi zu wenig ist, musst du dann ja nicht reagieren.

    MrShelby

    Da sind wir wieder bei den Geschlechterklischees in deinem Hinterkopf: Woher willst du wissen, wer wie oft jemanden "liked"? Da die App seit Monaten sehr bekannt ist, dürften hunderttausende Leute sie im deutschsprachigen Raum (mal) genutzt haben. Ich kann da nur sagen: Ich weiß nicht, wie andere Leute (oder gar "die Frauen") das machen. Von einigen sehr wenigen weiß ich das, ja. Aber auch nur, weil das Thema zufällig aufkam. Und die Stichprobe von unter 5 ist nun wirklich nicht sehr aussagekräftig. Kommt es zum Match, scheint beiden auf den ersten Blick irgendwas gefallen zu haben. Und dann liegt es für mich an beiden, daraus was zu machen. Frauen, die sich nicht melden oder kaum Zeit investieren, fliegen bei mir sofort wieder runter. Dafür ist mir meine Zeit zu schade.

    Das sind keine Klischees, das habe ich in Artikeln über Tinder gelesen. Ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass Frauen beim liken im Schnitt so wählerisch sind und Männer so wenig wählerisch. Von mir oder meinem Bekanntenkreis möchte und kann ich gar nicht auf die Allgemeinheit schließen, schon weil ich je nach Lust und Laune mal mehr oder weniger wählerisch war.

  20. MrShelby
    MrShelby
    17. November 2015

    Das ändert aber nix. Das "Hi" der Frau in der App ist ggf. ein copy and paste-Ding. Selbst wenn nicht, bedeutet sowas Allgemeines mir nix. Wir reden hier über ein Pseudo-Investment – nicht mehr. Der Mann reagiert und dann sind wir doch weiterhin im Rahmen des (oberflächlichen) Massen-AppDating. Ab der Stelle kommen wir da an, wo wir bei Tinder immer schon beginnen. Viel Ausschuss, wenige Gespräche, weniger Dates und dann muss man weitersehen.

    Berichte über Tinder gab es viele – Hype sei dank. Woher soll irgendein Journalist was über die Match-Sitten im deutschsprachigen Raum wissen, solange Tinder es nicht selber veröffentlicht? Siehste…dieses "Frauen sind selektiv, Männer nicht" macht sich evtl. auch nur als Aufhänger gut. Widerlegen kann es eh keiner ohne die Rohdaten.

  21. banane0815
    17. November 2015
    RiaSommer

    Ich finde die Idee gut. Ich versehe zwar die Kritik, dass man nicht auf die "Gnade der Frau" angewiesen sein möchte, aber ein Mann der unbedingt selber den ersten Schritt machen möchte, muss sich ja nicht da anmelden.

    Obwohl ich es wirklich begrüßen würde, öfter von Frauen angesprochen zu werden, fände ich es bescheuert, mich auf einer Plattform anzumelden, bei der ich nicht mal die Möglichkeit habe, selbst eine Frau anzusprechen… :zwinker:

  22. RiaSommer
    18. November 2015
    banane0815

    Obwohl ich es wirklich begrüßen würde, öfter von Frauen angesprochen zu werden, fände ich es bescheuert, mich auf einer Plattform anzumelden, bei der ich nicht mal die Möglichkeit habe, selbst eine Frau anzusprechen… :zwinker:

    Das gute ist ja – du musst auch nicht :zwinker:

  23. Jaluis
    21. November 2015

    als Idee selbstverständlich okay. Nur die Mädels entscheiden.

    Dass nichts real passieren wird wie oben jemand schrieb stimmt auch. Finanziell wirds für die Betreiber nicht so lustig sein.
    Ich finds aber richtig, weil es ja so in reallife ist.

  24. Cranston
    1. Dezember 2015

    Kurze Info: Die App gibts seit heute auch für Android. Kleines Problem daran: Es steht dort, sie wär mit keinem meiner Geräte kompatibel. Das kann ich mir allerdings nicht vorstellen, da die Voraussetzungen(Android 4.1) gegeben sind. Konnte sie schon jemand herunterladen?

    Hier der direkte Link:
    Bumble App – Android-Apps auf Google Play

  25. Akito
    1. Dezember 2015

    echt ne coole idee.. aber irgendwie bezweifel ich dass da frauen auch wirklich schreiben xD

  26. Tweeka
    1. Dezember 2015

    ist auch in deutschland nicht verfügbar ^^

  27. Cranston
    1. Dezember 2015
    Tweeka

    ist auch in deutschland nicht verfügbar ^^

    What the f**k? Hast du da nähere Infos zu? Vor ein paar Tagen hieß es noch "worldwide". :hmm:

  28. Akito
    1. Dezember 2015

    Wahrscheinlich wird das ganze noch angepasst und dauert noch.. also ich kanns auch noch nicht downloaden

  29. Tweeka
    1. Dezember 2015
    Cranston

    What the f**k? Hast du da nähere Infos zu? Vor ein paar Tagen hieß es noch "worldwide". :hmm:

    Naja… steht im playstore halt xD

  30. 31. März 2016

    Well done! Keep up this quality!

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