„Hi, wie geht’s?“ – Selbstversuch Singlebörse (Teil 3)

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Ein Date mit einem Beinahe-Arschloch

Als ich fast dabei bin, das Handtuch zu werfen und Urlaub vom Online-Ding zu machen, erinnert mich einer meiner ersten Kontakte daran, dass wir uns ja diese Woche treffen wollten. Weil ich genervt und gestresst bin und mich an der Schwelle zum Arschloch-Sein befinde, antworte ich ihm knapp und nicht sehr freundlich, ich könne nur an dem einen Abend um 18 Uhr für eine dreiviertel Stunde, und er müsse in die Nähe meiner Arbeitsstelle, am anderen Ende der Stadt kommen, anders ginge es nicht. Seine Antwort: „Klar, kein Problem.“ Ich merke, mein eigener Kopf fängt an in der verqueren Singlebörsenlogik zu denken: Der Mensch sieht viel zu gut aus auf seinem Profilfoto, hat gleichzeitig als einer der wenigen nicht nach einem Foto gefragt, und er ist ohne Widerrede bereit sich von einer wenig freundlichen Person irgendwo hinbestellen zu lassen, und das nur für kurze Zeit. Verdächtig. Irgendwas kann da doch nicht stimmen. Entweder der schaut deutlich schlechter aus als auf seinem Foto oder etwas anderes ist faul an der Sache.

Frosch oder Prinz?

Noch hat die zynische Singlebörsenlogik mich nicht voll im Griff. Ich lasse mich von den negativen Gedanken nicht beirren, stelle mich allerdings darauf ein, dass das Treffen eine Zeitverschwendung sein könnte. An dem besagten Tag kurz vor 18 Uhr warte ich am vereinbarten Treffpunkt. Es ist dunkel, ich sehe nicht viel. Um Punkt kommen mir zwei Männer entgegen, ein älterer, etwas ungepflegt wirkender Mann und ein jüngerer Schönling. Einer schlurft an mir vorbei, der andere bleibt vor mir stehen. „Wartest du auf mich?“ Es ist der Schönling. Er schaut noch besser aus als auf seinem Foto.

Leicht verdattert begrüße ich ihn und schon fangen die Gedanken wieder an. Ist der nicht total „out of my league“? Er hatte kein Foto von mir gesehen. Ist er jetzt enttäuscht? Wir gehen in eine Bar, bestellen uns etwas zu trinken, plaudern. Er ist distanziert, redet nicht viel, ist aber professionell charmant und stiehlt sicher die Herzen aller Schwiegermütter. Ich bin leicht irritiert. Schön wie er ist, muss er wegen mir auch nicht viel reden. Ich mustere ihn interessiert, aber skeptisch, er bleibt distanziert-freundlich. Nach 45 Minuten beendet er das Treffen. Wir zahlen getrennt. Er fragt mich, wie verbleiben wir denn? Ich frage ihn „Willst du mich denn nochmal sehen?“. Zu meiner Überraschung nickt er bejahend.

Ein schlechter Film mit Happy Ending

Wir treffen uns zügig ein zweites Mal, diesmal tagsüber. Er schaut immer noch so gut aus, und er ist immer noch distanziert, aber charmant liebenswürdig. Wir gehen etwas essen, wir reden nicht viel, es ist ein wenig seltsam, vor allem, weil ich nicht das Gefühl habe, dass er sich für mich interessiert, sondern einfach nur höflich ist. Hinterher schlägt er vor, noch spazieren zu gehen. Wir gehen nebeneinander, wohlgesinnt, aber offensichtlich verunsichert. An einer roten Ampel wartend nimmt er mich plötzlich in den Arm und küsst mich. Ich falle aus allen Wolken und fange zu kichern an. Was ist denn jetzt passiert? Danach scheint das Eis gebrochen, ein wenig zumindest. Wir laufen durch die Stadt wie zwei frisch Verliebte, ohne es zu sein. Irgendwann sagt er „Hier wohn ich. Magst du mit hoch?“ Ich muss lachen. Ernsthaft? Ist ja wie in einem schlechten Film. Aber ich gehe trotzdem mit ihm mit. Er ist nett und sieht gut aus. Das ist doch genau das, wonach ich gesucht habe.

 

Hier geht es zum letzten Teil (Fazit).

3 Kommentare

  1. Cadvan
    17. Januar 2017

    Gibts da noch mehr, oder war das das Ende des Tests? Ist er wirklich der Volltreffer oder war es ein Fehler?
    Wirklich informativ ist das alles ja nicht:what:

  2. kopfsache
    kopfsache
    18. Januar 2017

    Ein Teil kommt laut der Userin noch :zwinker:

  3. Cadvan
    18. Januar 2017

    Dan ist ja gut, denn es stand zum ersten mal nichts von einem neuen Teil da oderbich habs nicht gesehen

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