Mundhygiene schützt vor Impotenz

Über die vielfältigen Ursachen von Impotenz haben wir im Planetarium bereits berichtet und eine interessante Dokumentation zur Ursachenbekämpfung verlinkt. 20 bis 50% der Männer über 30 sollen davon (mehr oder weniger) betroffen sein. Gesprochen wird darüber nur in den seltensten Fällen. Dabei sind Potenzprobleme oft ein Alarmzeichen des Körpers und sollten ernst genommen werden. Meist sind die Ursachen medizinisch behandelbar: Neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und anderen körperlichen Faktoren, die in 70% der Fälle als Ursache für die Potenzprobleme gelten, sind seelische Belastungen als Einflussfaktoren nicht zu unterschätzen. Studien berichten aber auch von einem Einflussbereich des Körpers, an den vermutlich zunächst niemand denkt: Das Zahnfleisch!

Dabei geht es nicht etwa um bakteriell bedingten Mundgeruch des Gegenübers als Hemmnis für die Standfestigkeit beim Mann. 😉

Forscher der Taipei Medical Universitiy haben eine Studie mit 5105 Probanden verschiedenen Alters durchgeführt, die alle Probleme mit der Potenz haben/hatten.  Durch Zufall wurden 10 200 Probanden für eine Kontrollgruppe ausgewählt. Die Studie ergab, dass fast 80% der Männer mit erektiler Dysfunktion auch Probleme mit chronischen Zahnfleischentzündungen (Paradontitis) haben. In der Kontrollgruppe hatten dieses Problem weitaus weniger Männer.

Richtige Mundhygiene schützt die Potenz

Richtige Mundhygiene schützt die Potenz

Auch eine türkische Studie aus dem Jahr 2012 mit insgesamt 162 Beteiligten (80 mit erektiler Dysfunktion und 82 Herren ohne „sexuelle Probleme“ in der Kontrollgruppe) stellt einen deutlichen Zusammenhang zwischen Zahn(fleisch)gesundheit und Potenz her: Beim Vergleich von Indikatoren für Paradontitis wurden u.a. die Menge an Zahnbelag und die Blutungsneigung der Zahnfleischtaschen der Studienteilnehmer genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: 53 % der Probanden mit Potenzproblemen hatten (chronisch) entzündetes Zahnfleisch. In der Kontrollgruppe litten lediglich 23% unter Zahnfleischproblemen. Männer mit Potenzproblemen würden außerdem stärker zu Karies, fehlenden Zähnen und Zahnfüllungen neigen.

Im ersten Moment klingt so ein Zusammenhang vielleicht abwegig. Die Entzündungen des Zahnfleisches wirken sich aber bekanntlich auf den gesamten Körper aus. Die chronische, bakterielle Entzündung wirkt sich auf die Gefäße und damit auch die Entstehung von Gefäßerkrankungen (wie Herzerkrankungen) aus. Die Folge kann auch ein gestörter Blutfluss im Penis und somit auch eine erektile Dysfunktion sein. Experten sehen auch einen Zusammenhang zur Entstehung von anderen Erkrankungen wie Diabetes. Bei Schwangeren erhört Paradontis nachweislich das Risiko einer Frühgeburt.

Symptome für Paradontitis:

  • Die Zähne sind schmerzempfindlich und reagieren besonders auf äußere Reize (Hitze, Kälte, Säure, Zucker).
  • Berührungen mit der Zahnbürste, Zahnseide, Zwischenraumbürsten oder Zahnstochern sind unangenehm und verursachen (häufig) Zahnfleischbluten.
  • Mundgeruch: Dieser entsteht durch Bakterien in den Zahnfleischtaschen, die Fäulnisgase produzieren.
  • Das Zahnfleisch bildet sich zurück. Es entsteht der Eindruck, dass die Zähne länger geworden sind.
  • Am Zahnfleischrand entstehen gelbliche Verfärbungen.
  • Das Zahnfleisch ist angeschwollen und dunkelrot. Gesundes Zahnfleisch ist blassrosa.
  • Die Zähne werden lockerer.
  • Es bilden oder vergrößern sich Zahnlücken. Die Zahnstellung verändert sich.

Bei Potenzproblemen muss es also nicht immer unbedingt gleich der Gang zum Urologen sein. Der Zahnarzt kann mit einer Beratung zur Mundhygiene oder regelmäßigen Zahnreinigungen vielleicht auch schon helfen. Grundsätzlich sollten Männer mit Potenzproblemen sich nicht scheuen, einen Mediziner aufzusuchen. Für die gehört das Thema zum Alltagsgeschäft und für den Patienten selbst können schwerwiegende gesundheitliche Spätfolgen (Herzinfarkt, etc.) umgangen und rechtzeitig behandelt werden.

Im Alltag helfen sehr gründliches Zähneputzen und der regelmäßige Gang zum Zahnarzt also definitiv in mehrfacher Hinsicht und können auch (langfristig) für mehr Spaß im Bett sorgen. Und Knutschen macht bei ordentlicher Mundhygiene sowieso mehr Spaß. 😉

Quellen und Links zum Weiterlesen:
Andrologia:  Exploration of the association between chronic periodontal disease and erectile dysfunction from a population-based view point (2015)
Zahnmedizin Report (01/2013):  Männer mit chronischer Paradontitis haben häufiger Erektionsprobleme
mydoc: Zahnputzmuffeln droht Impotenz
mydoc: Warnzeichen Potenzschwäche
aponet.de : Paradontis mindert die Potenz

 

 

3 Kommentare

  1. Michi04
    5. April 2016

    Ich würde Mundhygiene auch unabhängig von Potenzproblemen empfehlen! 😎

  2. Mikiyo
    Mikiyo
    5. April 2016

    Eine ordentliche Mundhygiene erleichtert natürlich auch alle anderen sozialen Interaktionen – vom "Hallo" bis zum Vorspiel. Wir sind aber mal davon ausgegangen, dass das bekannt und (hoffentlich) selbstverständlich ist. :tongue::ninja:

  3. max
    12. März 2017

    Ich empfehle ORCANN – antibakterielles Mundwasser ohne Flourid

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