Museums Tipp Prag: Das Sexmaschinen Museum

Man schlendert ganz unschuldig durch die wunderschöne Prager Altstadt. Erfreut sich an der Kristallkunst, den Gassen, der Astronomischen Uhr* und dem bunten Menschengewimmel. Doch plötzlich bleiben die Augen an einem skuril anmutenden Geschäft stehen. Halt, das ist ein Museum! Aber was für eins? Tanzende Beine in Stiefeln über einem drehenden Rad, an dem Zungen(modelle) angebracht sind, Wand und Mobiliar in rot, über der Kasse ein „Zutritt erst ab 18“ Schild. Ja, wir sind im Sexmaschinenmuseum gelandet! Zwischen Starbucks und Kristallsuovenirs versteckt sich dieses kleine Highlight eines Pragbesuches.

Wenn ihr an genau diesem Punkt steht, müsst ihr euch nur noch um 90 Grad nach rechts drehen und der Gasse folgen. :)

Wenn ihr an genau diesem Punkt steht, müsst ihr euch nur noch um 90 Grad nach rechts drehen und der Gasse folgen. 🙂

Natürlich wäre es gelogen, wenn ich behaupten würde, wir hätten es nicht ganz gezielt angesteuert. Aber man muss sich ja weiterbilden und der Besuch im Museum war tatsächlich sehr erkenntnisreich.

Da Prag an sich ein recht günstiges Städtchen ist, tun die 250Kcr (ca. 10 Euro) auch nicht großartig weh. Die Vorfreude über das was da kommt überwiegt. 3 Etagen gilt es zu erkunden!

Im Erdgeschoss gibt es kleines (unschmuddeliges) Pornokino. Bei unserem Besuch wurde ein Klassiker aus Spanien gezeigt. Natürlich in Schwarz Weiß und als Stummfilm, wie es sich für einen fast 100 Jahre alten Film gehört. Vor dem Kino sind verschiedene „Hilfsmittel“ ausgestellt, die Masturbation und Körperkontakt beim Geschlechtsverkehr verhindern sollen. Okay, so ein Strampelanzug mit Öffnung im Intimbereich sieht schon recht lustig aus, ein bisschen Mitleid mit den Zeitgenossen dieses Anzuges schwingt aber doch mit.

Noch mehrPhantomschmerz bekommt der ungepiercte Besucher im 1. Stock. Dort sind weibliche und männliche Genitalien (natürlich nur als Modell) mit allen erdenklichen Formen des Intimschmuckes gezeigt. Das Mitgefühl lässt auch im nächsten Zimmer nicht von einem ab. Wenn man bedenkt, dass die Morgenlatte des Pubertierenden eine Alarmglocke im Schlafzimmer der Eltern oder einen Stromschlag auslöst. Aua!
Aber Sexmaschinen tun nicht nur weh. Sie bringen auch Erlösung. So kann man diverse Penetrationsmaschinen aus Holz bestaunen. Eine davon aus einem Frauengefängnis und von der Frau selbst betrieben. Ein Stuhl für Natursektspiele, eine Vorrichtung die den Gruppensex erleichtern soll und diverse Anschnallvorrichtung gibt es zu bestaunen. Natürlich fehlt es auch nicht an neuen Spielzeugen: FunFactory, Glasdildos, Vibrationsringe, nichts was man heute im Sexshop findet fehlt. Ja, manchmal muss man auch erstmal drüber nachdenken, was genau man da nun vor sich hat. Wer sich mal gefragt hat, was genau ein Ponyboy ist, wird auch nicht unwissend wieder gehen. 😀

Im dritten Stock findet man einen eigenen Raum für alles was in den Bereich SM und Bondage einzuordnen ist. Eine Liebesschaukel, diverse Vorrichtungen zum eher unbequemen erscheinenden Befestigen des Gespielen und eine komplett verschnürrte Puppe, die man erst entdeckt, wenn man zur Zimmerdecke guckt.
Es gibt noch viele viele andere Dinge, die man im Sexmaschinenmuseum entdecken, belächeln oder bestaunen kann. Einen Besuch ist es auf jeden Fall wert!

Nicht traurig sein, dass es keine Bilder gibt. Wir wollten wegen den Bildrechten und dem Jugendschutz nichts riskieren und ihr seid ja auch in der Lage Google zu bemühen. 😉

*Wenn man direkt vor der Uhr steht, muss man sich übrigens nur um 180 Grad drehen und einer der Gasse  Richtung Wenzelsplatz folgen. 😉

Habt ihr dieses Museum vielleicht selbst schon besucht?

Kennt ihr ähnliche Museen oder Ausstellungen rund um das Thema Sex und Beziehung, die man (in Europa oder weltweit) besuchen kann? Vielleicht können wir hier eine kleine Sammlung starten. 🙂

24 Kommentare

  1. ProxySurfer
    8. Januar 2016

    In Berlin gibts am Bahnhof Zoo ein Beate-Uhse-Erotikmuseum (war ich mal drin). In Amsterdam und in Kopenhagen solls auch welche geben.

  2. BrooklynBridge
    BrooklynBridge
    8. Januar 2016

    Wir waren im Oktober auf Durchreise in Amsterdam, und hatten kurz überlegt, das Erotikmuseum zu besuchen. Ging sich dann aber leider nicht aus.

  3. Zaniah
    8. Januar 2016

    Dieses Museum im Artikel kenne ich nicht.

    In Berlin gibt es das Schwule Museum. Leider fand ich es nicht sehr ansprechend und auch, wenn ich Museen liebe, kann ich dieses nicht wirklich empfehlen. Die Informationen sind interessant und wichtig, aber da wird man nahezu erschlagen.
    Ein paar schöne Ausstellungsstücke gab es allerdings auch.
    Schade – mit der Thematik und den Exponaten könnte man mehr rausholen.

  4. Mikiyo
    Mikiyo
    8. Januar 2016
    ProxySurfer

    In Berlin gibts am Bahnhof Zoo ein Beate-Uhse-Erotikmuseum (war ich mal drin).

    Das gibt es wohl seit 2014 nicht mehr. Das Gebäude wurde abgerissen und bis jetzt gibt es keinen neuen Standort.

  5. ProxySurfer
    8. Januar 2016
    Mikiyo

    Das gibt es wohl seit 2014 nicht mehr. Das Gebäude wurde abgerissen und bis jetzt gibt es keinen neuen Standort.

    Aha, das wusste ich noch nicht. Ist mir bei meinem letzten Berlin-Besuch nicht aufgefallen.

  6. Fessler
    10. Januar 2016

    Ein Grund mehr um mal wieder nach Prag zu reisen 🙂

  7. alomea
    10. Januar 2016
    Mikiyo

    Erinnert sich noch jemand an den Bericht über das Sexmaschinen Museum in Prag, den wir mal im Satelliten hatten?
    Für alle, die sich nicht mehr erinnern können: Ich habe den Bericht gerade gebloggt. :zwinker:

    Habt ihr dieses Museum selbst schon besucht? Wie war euer Eindruck?

    Lustig, denn erst kürzlich (Ende November) war ich ebenfalls in Prag und der Besuch des Sexmaschinen-Museums stand als kultureller *Höhepunkt* natürlich schon bei der Planung fest :link:

    Ich fand es ganz amüsant und informativ. Es ist schon krass, dass Sexualität damals noch teils "unter Strafe" stand, wie beispielsweise bei einer Art (Keuschheits-) Gürtel, der die Erektion mittels kleiner Dornen verhindern sollte.
    Lustig fand ich auch den "Ständer zum Trocknen von Kondomen" oder den mit Dampf betriebenen Dildo/Vibrator 😀
    Der Love-Tester im Eingangsbereich darf natürlich ebenso nicht fehlen.
    Ebenfalls schmunzeln liess mich eine Art Masturbationshorn für die Frau, mit einer kleinen Vorrichtung zum Anbringen eines Fotos des Liebsten. So lässt es sich gleich viel besser masturbieren! :thumbsup:

    Etwas enttäuscht war ich, dass das Museum relativ zügig durchwandert ist (wir benötigten ca. 1 Stunde, inkl. ausführlicher Begutachtung des 20er-Jahre Pornos). Aber auf der anderen Seite verstehe ich es natürlich, dass es nicht ganz so einfach ist, gerade solche Dinge aus grauer Vorzeit zu beschaffen.
    Aber ein Besuch lohnt sich auf alle Fälle! 🙂

  8. Tu me manques
    10. Januar 2016

    Ich war sowohl in dem Museum in Prag als auch damals bei Beate Uhse in Berlin.

    In dem Sexmaschinen-Museum gab es ein kleines Kino, in dem alte Pornos gezeigt wurden. Wir saßen da gemeinsam mit einer Gruppe junger Amerikanerinnen. Die Kommentare und Reaktionen der Mädels haben das Ganze noch unterhaltsamer gestaltet.

    Dass es das Beate Uhse Museum nicht mehr gibt, finde ich schade. Da gab es einzelne Mitmachstationen. So konnte man am Modell z.B. die Prostata suchen, oder "Puppen" auspeitschen (mit Anzeige und akustischer Untermalung der Härte, hatte was von Hau-den-Lukas). 😀

    Prinzipiell würde ich in solche Museen immer wieder reingehen.

  9. Fuchs
    Fuchs
    10. Januar 2016

    Am Erotikmuseum in Amsterdam bin ich schon häufiger mal vorbeigekommen, aber reingeschaut habe ich nie. Nach allem, was ich so gehört habe, soll es sich auch nicht wirklich lohnen und mehr eine "Touristenfalle" sein. Vielleicht mache ich es aus Neugier dennoch irgendwann mal.

    Das Sexmaschinenmuseum in Prag fand ich schon immer interessant, aber bei all meinen Besuchen in Prag hat die Zeit leider nie wirklich ausgereicht, es zu besuchen. Schade eigentlich. Beim letzten Mal war ich aber auch allein in der Stadt unterwegs und ich glaube, so ein Besuch ist besser, wenn man jemanden hat, mit dem man sich austauschen kann. Eigentlich ist so ein Besuch im Sexmaschinenmuseum auch eine gute Idee für ein Date (anyone? :engel:).

    Ich hatte im Dezember letzten Jahres allerdings das Vergnügen, das "Museum of broken relationships" (Museum der zerbrochenen Beziehungen) in Zagreb, Kroatien zu besuchen. Dieses Museum hat eine Sammlung an persönlichen Gegenständen von Paaren, deren Liebe zueinander irgendwann geendet hat. Man findet zu jedem Gegenstand die Geschichte der Liebe und wann sie endete. Einige Beziehungen waren sehr kurz und intensiv, vielleicht nur ein Urlaubsflirt, andere gingen über 30 Jahre und endeten sehr traurig. Das Museum ist mir sehr nahe gegangen, und ich bin wirklich niemand, der nahe am Wasser gebaut ist. Definitiv eine sehr einprägsame Erfahrung, die ich jedem, der eins hat, ans Herz legen kann.

  10. Maria88
    10. Januar 2016

    Ich war in New York in einem entsprechenden Museum. Leider erinnere ich mich nicht mehr an dessen Namen. Gibt noch einige Fotos davon. :tongue:

    Ich meine, dass ich es ganz cool fand. So eine Art Museum mag ich allgemein gern.

  11. rowan
    13. Januar 2016

    Das "Museum of Sex" in New York fand ich ganz witzig – das wird das sein, das @Maria88 auch meint.

  12. Noir Désir
    Noir Désir
    13. Januar 2016

    In Paris am Pigalle gibt es auch ein Sexmuseum. Ich stand schon davor, aber damals war ich noch zu prüde zum Reingehen. :tongue:

  13. kopfsache
    kopfsache
    13. Januar 2016

    Das Erotik-Museum in Barcelona, direkt an der "La Rambla"-Promenade! :thumbsup:

  14. alomea
    21. Januar 2016

    Heute zufällig gesehen:
    In Wien gibt es ein Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch
    Wird mit auf meine To-Visit-Liste gesetzt 🙂

  15. Mikiyo
    Mikiyo
    21. Januar 2016

    Mir wurde heute das Deutsche- Hygiene-Museum in Dresden empfohlen.

    Die Dauerausstellung "Abenteuer Mensch" soll sich sehr lohnen und hat eine Abteilung zum Thema "Sexualität -Liebe, Sex und Lebensstile im Zeitalter der Reproduktionsmedinzin".

    Zusätzlich gibt es dort aktuelle eine Ausstellung zum Thema Aids, die das öffentliche Bild der Erkrankung thematisiert. Über 10.000 Plakate und Titelblätter sollen zusammen gekommen sein.
    Die Ausstellung gibt es leider nur noch bis 21. Februar. Falls es noch jemand schafft: ich wäre sehr interessiert an einem Bericht. 🙂

    — Beitrag wurde zusammengefügt, 22 Januar 2016 um 09:29

    Über das Schwule Museum in Berlin wurde hier schon gesprochen.
    Ab heute gibt es dort eine Sonderausstellung zu queeren Super-/Comichelden. :whoot: Darunter auch Condomman und STIGMAfighter.
    Die Ausstellung geht bis 26. Juni. Wer die Ausstellung gesehen hat, kann gerne berichten!

  16. celavie
    22. Januar 2016

    In Zagreb war ich im Museum “of Broken Relationships“. Echt besuchenswert und emotional.
    Visit the Museum of Broken Relationships in Zagreb / Museum of Broken Relationships

    Ja, das Hygienemuseum in DD ist auch gut.

  17. Mikiyo
    Mikiyo
    22. Januar 2016
    Off-Topic:

    celavie

    In Zagreb war ich im Museum “of Broken Relationships“. Echt besuchenswert und emotional.
    Visit the Museum of Broken Relationships in Zagreb / Museum of Broken Relationships

    Über dieses Museum wird es in den nächsten Tagen einen Blogbeitrag geben.:ninja:

  18. celavie
    22. Januar 2016
    Mikiyo
    Off-Topic:

    Über dieses Museum wird es in den nächsten Tagen einen Blogbeitrag geben.:ninja:

    Wo denn? Hier? Oder hast du einen eigenen Blog?

  19. Mikiyo
    Mikiyo
    22. Januar 2016
    celavie

    Wo denn? Hier? Oder hast du einen eigenen Blog?

    Im Planet Liebe Blog: Planetarium. :zwinker:

  20. Mikiyo
    Mikiyo
    24. Januar 2016

    Für alle, die mehr über das Museum of broken Relationships erfahren wollen. 🙂
    @celavie : du kannst gerne deine Eindrücke ergänzen.

  21. Mikiyo
    Mikiyo
    29. Januar 2016

    Ein Tipp für die Berliner oder Berlin- Besucher (mit Kindern):
    Kindermuseum Machmit!– geboren und willkommen – eine Ausstellung über Rituale für Neugeborene rund um die Welt. War schon jemand da und kann berichten?

  22. LauraChristian
    29. Januar 2016

    in amsterdam gibt es ein schaufenster in dem nur "gefüllte" kondome hängen – in allen längen, breiten und formen 😀

    ob das das erotikmuseum ist weiß ich nicht.

  23. alomea
    16. September 2016

    Erst kürzlich wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass es seit gestern im Wiener Museum eine Ausstellung (vom 15.9. bis 22.1.2017) gibt:
    Sex in Wien.
    Lust. Kontrolle. Ungehorsam.

    Der Standard kommentierte das mit dem Titel: Pempern und pudern – aber schnackseln schon auch

    Mitte Oktober bin ich in Wien, da könnte man ja mal einen Besuch einrichten… :link:

  24. SchafForPeace
    17. September 2016

    Wir waren im Sexmuseum in Amsterdam, bei 4€ Eintritt ist es total okay, wenn man in 1-2 Stunden durch ist. Es war stellenweise witzig und interessant.
    Hauptbestandteil waren pornografische Bilder, aber das auch wieder interessant, weil es zb Fotos aus den 1920ern und diversen Jahrzehnten waren, auch welche, die frisch aus den Anfangszeiten der Fotografie stammen.

    Es gibt auch ein Museum über Prostitution, dass werden wir uns sicherlich anschauen, wenn wir nochmal hinfahren (was wir definitiv werden, die Stadt ist echt toll)

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