Museum Tipp Zagreb: Museum of Broken Relationships

Jeder, der einmal eine Liebe verloren hat, kennt das Gefühl von Kummer. Wir zelebrieren die Liebe, Sex und Heiraten, aber wenn das alles endet, werden wir oft still. Die Erinnerung schmerzt und alle die damit verbundenen Dinge müssen aus dem Blickfeld beseitigt werden, oft zerstört und manchmal in einer Kiste tief versteckt. Ein paar von diesen persönlichen Gegenstände verflossener Leidenschaften aus aller Welt haben ihren Weg jedoch nach Zagreb gefunden, der Hauptstadt Kroatiens. Im „Museum of Broken Relationships“ finden sich Hunderte Mementos ausgestellt, zu denen jeweils die Geschichte einer gescheiterten Beziehung gehört. Manche von ihnen währten nur wenige Wochen und waren Urlaubsflirts, andere währten über 30 Jahre, bevor die Trennung statt fand.

Exponate der Ausstellung.

Manche Gegenstände dienten als Liebesschwur. So gab es eine Fernbeziehung mit der bizarren Vorliebe, einen Plüsch-tausendfüßler jeweils ein Bein auszureissen, jedesmal wenn sich das Paar sah. Das Versprechen war, dass sie zusammenbleiben würden sobald sie das Tier vollständig verstümmelt hätten. Dem Tausendfüßler blieben nur wenige Beine unversehrt. Viele Ausstellungsstücke erschließen sich in ihrer Bedeutung dem Betrachter erst, wenn er die dazugehörigen Geschichten liest. Über die Motivation zu diesen Spenden, kann man nur Vermutungen anstellen: Bewältigungshilfe? Exhibitionismus? Oder einfach nur eine Laune?

Für viele der Spender scheint das Ritual, ihr Memento mit der Öffentlichkeit zu teilen jedoch einen positiven Effekt zu haben. In einer Gesellschaft, in der es viele sozialen Rituale wie Begräbnisse, Hochzeiten oder gefürchtete Junggesellenabschiede gibt, erscheint es seltsam, dass es keine Zeremonie für das Loslassen einer Liebe gibt. Mittlerweile besteht die Sammlung des Museums aus etwa 2000 persönlichen Gegenständen samt Trennungsgeschichte, von denen etwa 100-200 Stück in Zagreb ausgestellt werden, für die 1-3h eingeplant werden sollten, je nachdem, wie viele der persönlichen Geschichten man sich durchlesen möchte. Alle Geschichten sind in mehreren Sprachen, inklusive deutsch, übersetzt und verfügbar. Für das Konzept wurde das Museum 2011 übrigens mit dem Kenneth Hudson Award für das innovativste Museum Europas ausgezeichnet. Für jeden, der auf einen Besuch in Zagreb ist und sich für zwischenmenschliches interessiert, kann ein Besuch nur ans Herz gelegt werden.

Museums Homepage (brokenships.com)

2 Kommentare

  1. celavie
    24. Januar 2016

    Zustimmung! Außerdem liegt es oben in der Altstadt zwischen kleinen Gassen und Geschäften.

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.