Spielendes Beckenbodentraining mit dem Smartphone

Um einer schwachen Beckenboden-Muskulatur vorzubeugen greifen viele Frauen auf ein gezieltes Beckenbodentraining zurück. Auf der Crowdfunding-Plattform ‚Kickstarter‘ ist nun ein interessantes Projekt aufgetaucht, mit dem ein gezieltes Beckenbodentraining im wörtlichen Sinne spielend einfach mit dem Smartphone erfolgen soll…

Ursachen und Folgen einer geschwächten Beckenboden-Muskulatur

Die Muskulatur im Bereich des Beckenbodens ist für viele Frauen ein wichtiger Bestandteil ihres Körpers. Eine gestärkte Muskulatur in diesem sensiblen Bereich spielt eine bedeutende Rolle insbesondere während oder nach einer Schwangerschaft, im Bereich der Muskel-Skelett-Stabilität im unteren Körperbereich oder bei der Blasenkontrolle. Darüber hinaus kann eine gesunde und starke Beckenbodenmuskulatur zu einem intensiveren Sex-Erlebnis führen und z.B. die Lust steigern oder den weiblichen Orgasmus beeinflussen. Eine geschwächte Muskulatur des Beckenbodens kann beispielsweise die Folge von Haltungsschäden und Fehlbelastungen sein oder durch Medikamente auftreten, die auf diese Region einwirken.

Perifit S – Der erste Beckenbodentrainer mit Smartphone-Anbindung

Um dem entgegen zu wirken hat eine Gruppe von jungen Medizinern ein Gerät konzipiert, welches das Beckenbodentraining spielend einfach machen soll und dieses Projekt auf ‚kickstarter‘ zum Crowdfunding veröffentlicht. Es handelt sich dabei um eine Art Controller in Form eines kleinen bunten Sexspielzeugs, der via Bluetooth mit dem Smartphone verbunden und in die Vagina eingeführt wird. Sensoren im Inneren des Geräts messen den Druck und die Stärke der horizontalen und vertikalen Kontraktionen der Muskeln und geben dies an die zugehörige App weiter.

Die App startet dabei ein spezielles Trainingsprogramm in Form eines kleinen Spiels. Ähnlich wie beim Minispiel „Flappy Birds“ kann die Frau demnach über die Kontraktionen und den Druck auf das Gerät ein Spiel anstoßen, bei dem es z.B. darum geht, Münzen oder Blumen einzusammeln oder kleine Aufgaben zu erfüllen. Wie bei einer Fitness-App lassen sich dabei im Laufe der Zeit Fortschritte oder Auszeichnungen erzielen.

Video: Perifit, kickstarter.com

Finanzierungsziel bereits erreicht

Das anvisierte Finanzierungsziel von mindestens 20.000 Euro wurde dabei bereits 40 Tage vor Ende der Crowdfunding-Kampagne überschritten. Dies impliziert, dass das Projekt durchaus Potenzial hat. Demnach könnten erste Geräte an Interessentinnen bereits im Juli 2017 ausgeliefert werden.

Datenschutzfrage bisher ungeklärt

Wie bei jeder neuen Technologie aus der Welt des „Internet der Dinge“ gilt es sich aber auch die Frage nach dem Datenschutz zu stellen. Wir erinnern uns an den vernetzten Vibrator „WeVibe“, der mit Hilfe der zugehörigen App intime Nutzungsdaten ungefragt an den Hersteller übermittelt hat. Bei dem Perifit-Beckenbodentrainer ist bislang unklar, welche Berechtigungen die Smartphone-App einfordert und ob der Hersteller transparent über die Verwendung der gesammelten Daten informiert.

 

Was halten unsere (potenziellen) Nutzerinnen auf Planet-Liebe von dieser Idee? Würdet ihr so ein Gerät benutzen? Denkt ihr, dass ein solches Gerät das Beckenboden-Training unterstützen kann?

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Quellen:

mobilegeeks.de

kickstarter.com

Bilder und Video:

kickstarter.com

4 Kommentare

  1. wild_rose
    24. April 2017

    Irgendwie find ich das ja lustig, aber es ist nichts, was ich mir kaufen würde…

  2. Morgenstern
    18. Mai 2017

    Es könnte für manche hilfreich sein, die sich mit ihren inneren Muskeln nicht auskennen. 🙂

    Denn dieses klassische "Urinstrahl anhalten" ist wohl nicht der Weisheit letzter Schluss, höchstens für einen ersten Test, wo überhaupt Muskeln sein könnten. Es sollen aber mehr Muskeln beteiligt werden, als Anfang der 80er… wie schreibe ich das? Üblicherweise in der Gymnastik nach der Schwangerschaft gefordert wurde? Damals war es auf die Vaginalmuskeln konzentriert, das war zuwenig, heutzutage gehören auch die Muskeln des Anus dazu.

    Ich hab vergessen, warum. Meine Schwester hat's mir mal erklärt, in dem Sinne, wir haben es damals nicht richtig gemacht, aus dem und dem Grund. Ich habe den Grund vergessen. Sie hat weiter erklärt, die und die Muskeln sollen am Beckenbodentraining beteiligt sein, nicht nur die, die wir früher benutzt haben. Ich hab versucht, zu fühlen, wo die sind – nämlich weiter hinten, – ich hab sie gefunden, ich hab sie mit einbezogen, und ich habe die Begründung vergessen, wieso das besser ist.

    Ich könnte sie mal fragen. Sie hat Anfang der 80er eine Krankengymnastik-Schule besucht. (Heißt heutzutage Physiotherapie.) Ihr erstes Praktikum hatte sie in der Gyn.

  3. showrunner
    18. Mai 2017

    So Kegel-Stöpsel mit Trainings-App gibts doch schon auf dem Markt. Neu ist nur der Gamification-Gedanke dabei.
    Aber ob Frau das will? Sich auf ein Spiel zu konzentrieren? Meist hat frau die Dinger ja nebenbei drin, auf dem Sofa, bei der Arbeit. Da will man IMHO nicht noch ein Spiel spielen.
    Sinnvoller wäre da die Gamification über das haptische Feedback zu implementieren. Das Ding vibriert und man muss zudrücken. Vibriert 5x, – 5x feste zudrücken usw. Gibts aber auch schon in Ansätzen.

  4. PhesKlNachtmusi
    18. Mai 2017

    Ich hatte schon ein paar solcher App-gesteuerter Kegeltrainer. Einfach des Spaßes halber, um zu sehen ob meine Muskeln dort wirklich so stark sind wie behauptet.
    Die meisten haben nicht lange gelebt:cool:.
    Ich würde sowas auch wieder probieren…sofern die Datenschutzfrage endlich mal endgültig und zufriedenstellend geklärt ist.
    Aber da weder Deutschland, noch die EU an dieses heiße Eisen wollen, wird man noch häufiger solche Katastrophen wie das WeVibe-Desaster erleben.
    Das InternetofDon.gs ist mittlerweile deswegen ganz oben in meinen Favoriten gelandet und jedes App-gesteuerte Gerät (besonders wenn das mit meiner Sexualität zu tun hat) wird sich daran messen müssen (lassen).

    Den Ansatz per Spiel die Gesundheit zu fördern..gibt es ja schon länger.
    Ob nu als ZombieRun!-App oder Nintendo Wii, der Ansatz bleibt der gleiche.
    Allerdings gibt es diesen Ansatz schon seit Menschensgedenken… denn im Spielen haben wir schon immer gelernt.
    Nur sind unsere Spiele heute deutlich "fauler" geworden.

    Da die Aufmerksamkeitsspanne heutiger Smombies sich auch nur noch aufs Pokemon-Go-daddeln beschränkt, glaube ich nicht, das auch dies Gerät eine Revolution in Sachen gesundheitlicher Förderung ist.
    Lieber sollte man den Kids heute in der Schule direkt die richtige Handhabung ihrer Kegelmuskeln beibringen…als Grundlagen im Bio-Unterricht.
    Wenn die diese Sachen entkoppelt von irgendwelchen Apps lernen, können die die nämlich auch dann noch praktizieren, wenn Akku und Powerpack des Handies leergesaugt sind.
    So oft wie ich in Alltagssituationen bewusst kegle, das würde eh jede Datensammelwut sprengen….selbst von Google und Konsorten.

    btw: Wieso sieht das Teil eher wie ein Popo-Stöpsel aus, denn wie ein anatomisch korrekt geformtes Teil für die richtige Öffnung?
    Steht in der Kampagne nicht was von Spezialisten? Gynäkologen können jedenfalls nicht dabei gewesen sein.

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