TV-Tipp: „Sugardaddy – Suche Jugend, biete Geld“ (Doku)

Auf den roten Teppichen dieser Welt sind Paare mit großem Altersunterschied normal. Viele ältere Schauspieler schmücken sich mit hübschen jungen Kolleginnen. In der Presse sind diese Bilder Normalität geworden. Kritisch beäugt werden andere „Prominente“. Den Beziehungen von Hugh Hefner und seinen Playboy-Bunnies (um nur ein Beispiel zu nennen) werden immer wieder andere Motive als die ganz großen Gefühle nachgesagt. Ist auch er im Prinzip nicht nur ein Sugardaddy?

Wie funktioniert das Prinzip dieser Beziehungen beim normalen Bürger?

Wenn man in der Fußgängerzone ältere Herren mit augenscheinlich sehr viel jüngeren Damen sieht, schweifen die Gedanken schnell in die bipolare Überlegung zwischen „Vater und Tochter oder Sugardaddy und Betthäschen?“ oder „Die bekommt doch sicher Geld von dem!“. Aufgelöst werden diese Gedanken von Passanten wohl nur in wenigen Fällen.

Hinter eben solchen Überlegungen stecken in vielen Fällen Vorurteile. In den wenigsten Fällen handelt sich dabei wohl um wirkliche Sugardaddy und Sugarbabes, denn die haben stets einen (mehr oder weniger offenen) finanziellen Hintergrund: Zeit, Begleitung und Sex im Tausch gegen Geld, Geschenke und Reisen.
Das ZDF hat Anfang Februar eine Doku zu eben dieser Thematik ausgestrahlt. 37 Grad begleitet Sugarbabes und (werdende) Sugardaddys beim Kennenlernen und gibt einen Einblick in die Beweggründe.

Wo liegt die Grenze zwischen Sugardaddy-Sugarbabe-Beziehungen und Prostitution?  In beiden Konstellationen geht es um ein Tauschgeschäft, das auf der Schönheit und dem Körper junger Frauen basiert. Auch dazu äußern sich die Protagonisten.

Sehen könnt ihr die 30 minütige Dokumentation in der ZDF-Mediathek.

 

Quellen und Links zum Weiterlesen:
ZDF: Sugardaddy
t-online: Wie sich ältere Männer Jugend und Sex erkaufen
Die Welt: Sugardaddys – Der Deal mit der Frau als Accesoire

4 Kommentare

  1. sleepyDragon
    19. März 2016

    Solange die Beteiligten volljährig und mündig sind und keiner gezwungen oder ausgenutzt wird, sollte das doch niemanden was angehen.
    Aber meist ist es wohl der Neid, der Unbeteiligte zu gehässigen Gedanken oder Bemerkungen führt.

  2. RiaSommer
    19. März 2016

    Ich hab die Reportage gesehen – schon interessant, aber klang für mich doch arg nach einer Form von Prostitution. Natürlich nicht gerade Straßenstrich, es geht eben um mehr als Sex, aber das ist ja nicht ungewöhnlich.
    Ein bisschen wie die Edelprostituierte, die nur einen oder zwei Stammfreier hat. Die beiden Männer haben ja erzählt, dass da im Internet oft auch schnell nach Geld gefragt wird, was ihnen nicht gefiel – zwar waren sie sich schon bewusst, dass sie sich Jugend "kaufen", das ist ja der Deal auf der Sugardaddy-Website – aber sie wollten eben zumindest eine Dame, die die Illusion aufrecht erhält, dass es ihr nicht ausschließlich geht.

    Aus Sicht des Finanzamts frag ich mich da schon ein bisschen, wo da das Differenzierungskriterium zwischen "Prostituierte mit nur einem Freier" und "Freundin, die von ihrem Freund Geld geschenkt bekommt". In dem Bericht war jedenfalls die Rede von monatlicher "Unterstützung", also einer fixen monatlichen Überweisung für die Frau und dafür mehreren Treffen pro Monat.
    Wenn es nur um ein bisschen Luxus ginge (schöne gemeinsame Urlaube, luxuriöse Champagner-Wochenenden, Geld für Kleidung, die auch bei den gemeinsamen Treffen getragen wird und vielleicht mal ein bisschen "Taschengeld", das aber eher sporadisch zugesteckt wird) – dann würde ich sagen, dass das was anderes ist als klassische Prostitution. Eben weil es keinen fixen Deal gibt, was sie dafür bekommt. Aber so sehe ich da keinen Unterschied. Prostiutierte suchen sich ihre Freier ja auch aus und vögeln nicht nur unentwegt.

  3. ProxySurfer
    20. März 2016
    sleepyDragon

    Solange die Beteiligten volljährig und mündig sind und keiner gezwungen oder ausgenutzt wird, sollte das doch niemanden was angehen.
    Aber meist ist es wohl der Neid, der Unbeteiligte zu gehässigen Gedanken oder Bemerkungen führt.

    Genau so sehe ich das. Ich habe schon oft von etwas älteren Frauen tief gehässige Kommentare gehört, wenn es darum ging dass ein Mann eine sehr viel jüngere neue Partnerin hatte. Komischerweise habe ich von älteren Männern noch nie solche Meinungen gehört (bei Frau mit wesentlich jüngerem Partner).

  4. BrooklynBridge
    BrooklynBridge
    20. März 2016

    Ich hab die Reportage leider noch nicht gesehen. Aber für mich fällt das ganz klar (wertungsfrei) unter Prostitution – warum denn auch nicht?

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