Zehn Thesen gegen die Homo-Ehe

Die Augsburger Allgemeine erregt derzeit die Gemüter. Am Samstag, den 18. Juli 2015, lag der Wochenendausgabe der Zeitung ein Beiheft mit dem Titel „Familienbunt“.

Diktatur durch Verwirrung

Familienbunt Sonderausgabe 2015

Das Beiheft beinhaltet u.a. auch eine Auflistung von Zehn Thesen gegen die Homo-Ehe, die den Leser daran erinnern wollen, „was Kinder brauchen“. Die Einführung der Homo-Ehe führe bspw. dazu, dass die bisherige Norm für Familie, Abstammung und Weitergabe von Leben abgelöst wird. Weiterhin sei der Zweck der Ehe, dass Mann und Frau Kinder zeugen und das Leben weitergeben. Durch die Etablierung der Homo-Ehe werde dieser Zweck obsolet, weil die Homo-Ehe auf dem Gefühl der Ehe gründet und nicht auf der Weitergabe von Leben. Somit, laut dem Beiheft, wollen bald auch Familienmitglieder innerhalb der Familienbanden eine eheähnliche Gemeinschaft führen, was letztlich zum Inzest führe.

Weitere Thesen:
„Ein Paar aus Mann und Frau ist nicht das Gleiche wie ein Paar aus zwei Männern oder zwei Frauen. Hier Gleichheit herstellen zu wollen, bedeutet schlicht, die Wirklichkeit zu negieren und eine große Verwirrung zwischen dem Wesen des Menschen und seiner (jeweiligen) Lebenspraxis zu schaffen. Heterosexualität ist dem Wesen des Menschen gemäß. Homosexualität wird zwar praktiziert, aber deshalb entspricht sie noch lange nicht dem Wesen des Menschen. Um homosexuell zu sein, muss man zunächst Mann oder Frau, also Teil der heterosexuell ausgeprägten  Natur des Menschen sein. Wenn dieser Unterschied nun im Namen der Gleichheit eingeebnet wird, läuft dies auf ein Diktat der Lebenspraxis über das Wesen des Menschen hinaus. Die Homo-Ehe würde also zwangsläufig diktatorische Effekte zeitigen. Wer in der Heterosexualität einen Wesenszug und nicht eine bloße Lebenspraxis des Menschen sieht, könnte wegen Diskriminierung verurteilt werden“ (das ganze Beiheft als PDF Download: http://www.bistum-augsburg.de/index.php/bistum/content/download/128207/1528662/file/Familienbunt_Sonderausgabe_2015.pdf).

Für die Veröffentlichung des Beihefts ist das Bistum Augsburg verantwortlich. Ein kleiner Hinweis mit großer Wirkung ist auf Seite zwei des Beihefts im Impressum zu finden:

Impressum Sonderausgabe Familienbunt 2015

Impressum Sonderausgabe Familienbunt 2015

„Diese Ausgabe wurde gefördert von: Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration“.

In mehreren deutschen Städten werden im Juli wieder Christopher Street Days veranstaltet und gegen die Diskriminierung und Ausgrenzung und für eine Gleichstellung demonstriert.

Was haltet ihr von oben genanntem Beiheft und den darin vermittelten Inhalten? Wie seht ihr, dass ein derartiges Beiheft vom Staat gefördert wird? Braucht die Kirche ein dringende Revolution hinsichtlich ihrer Ansicht zu Homosexualität?

 

 

 

43 Kommentare

  1. Vetinari
    Vetinari
    19. Juli 2015

    Familienbund der Katholiken und gefördert vom CSU-Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familien und Integration. Überrascht daher nicht wirklich.
    Widerlich ist es trotzdem.

  2. Fuchs
    Fuchs
    19. Juli 2015

    Bistum Augsburg… Natur des Menschen… alles klar aus welcher Richtung der Wind weht. 😀

    Übliche erzchristliche Antihomo-propaganda. Warum fühlen die sich eigentlich so verwirrt von dem Fakt, dass zwei Männer oder zwei Frauen sich gegenseitig lieben können? So schwer ist das doch nicht, sich vorzustellen? Da finde ich einige Bibelstories seltsamer und weitaus "verwirrender" für die armen Kinder, die das ertragen müssen…

  3. Lotusknospe
    Lotusknospe
    19. Juli 2015
    Noir Désir

    Durch die Etablierung der Homo-Ehe werde dieser Zweck obsolet, weil die Homo-Ehe auf dem Gefühl der Ehe gründet und nicht auf der Weitergabe von Leben. Somit, laut dem Beiheft, wollen bald auch Familienmitglieder innerhalb der Familienbanden eine eheähnliche Gemeinschaft führen, was letztlich zum Inzest führe.

    :what:

  4. caotica
    19. Juli 2015

    Mein grundsaetzlich gesunder Menschenverstand versteht auch die Logik dahinter nicht :confused: Darf ja jeder eine Meinung haben, aber die begruenden zu koennen OHNE "das gehoert sich nicht" als Hauptargument zu verwenden waere aber schon hilfreich dabei, ernst genommen zu werden…

  5. void ray
    19. Juli 2015

    Warum können sich nicht alle lieb haben ? :schuettel:

  6. Subway
    19. Juli 2015
    Lotusknospe

    :what:

    Hab letzt auch was schönes gelesen…

    [​IMG]

  7. Lacrimae Puellae
    19. Juli 2015

    Wenn ich sowas lese, kriege ich wie immer einen Würgereiz. Diese Art zu argumentieren zeugt nicht von großer Intelligenz. Ich finde es aber erschreckend, dass solche Polemik vom Staat gefördert wird.

    — Beitrag wurde zusammengefügt, 19 Juli 2015 um 14:11

    Off-Topic:

    SubwayHab letzt auch was schönes gelesen…

    Schöner Beweis für die fehlende Intelligenz 😀

  8. BrooklynBridge
    BrooklynBridge
    19. Juli 2015

    Das waren ursprünglich zehn Thesen gegen die CSU, aber irgendwie ist das dann ins falsche Ablagefach gewandert. :ninja:

  9. 14Cherry
    19. Juli 2015

    Ist jedem seine Entscheidung. Aber ich bin für die Homo- Ehe. Es sind schließlich ganz normale Menschen wie alle anderen auch. Also sollten auch sie es ganz normal und öffentlich zeigen dürfen mit der Heirat. Es sollte aber mehr gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben gemacht werden. Vielleicht einfache eher schon die Kinder daran gewöhnen und zeigen das es auch gleichgeschlechtliche Partner gibt und das es nix schlimmes, böses….. ist. Wir hatten das erst in der 6. Klasse das Thema. Ich fande es eindeutig viel zu spät.

  10. reed
    19. Juli 2015

    Noir DésirWenn dieser Unterschied nun im Namen der Gleichheit eingeebnet wird, läuft dies auf ein Diktat der Lebenspraxis über das Wesen des Menschen hinaus. Die Homo-Ehe würde also zwangsläufig diktatorische Effekte zeitigen

    Wovor haben die eigentlich so Angst? Heimlich sind alle Menschen schwul/lesbisch und sobald die Homo-Ehe legitimiert wird, wird es keine Hetero-Ehen mehr geben und keine Kinder gezeugt werden? :what: Ich weiß gar nicht, was ich zu dieser Ausgeburt an geistigem Bullshit sagen soll, das dann auch noch von der Politik gefördert wird. Muss mir erstmal das ganze PDF durchlesen.

  11. Lotusknospe
    Lotusknospe
    19. Juli 2015
    reed

    Wovor haben die eigentlich so Angst? Heimlich sind alle Menschen schwul/lesbisch und sobald die Homo-Ehe legitimiert wird, wird es keine Hetero-Ehen mehr geben und keine Kinder gezeugt werden? :what: Ich weiß gar nicht, was ich zu dieser Ausgeburt an geistigem Bullshit sagen soll, das dann auch noch von der Politik gefördert wird. Muss mir erstmal das ganze PDF durchlesen.

    Ich glaub, es sind vor allem religiöse Argumente.

  12. Luke Linewalker
    19. Juli 2015

    Was ich davon halte, lässt sich einfach zusammenfassen:

  13. Damian
    19. Juli 2015

    Ich glaub das hat alles mit ganz ganz viel Angst zu tun. Angst vor Veränderung, Angst vor allem was man nicht kennt (das schließt auch alles ein, dass nicht "Weißbier" oder "Schnitzel" ist und bei der CSU gehts auch um Machterhalt.

    Heh…tja..sowas stößt eben nur in der kirchlich geprägten Monokultur auf fruchtbaren Boden…eine Art homogener Boden… 😀 😀 😀

  14. BrooklynBridge
    BrooklynBridge
    19. Juli 2015
    Damian

    Heh…tja..sowas stößt eben nur in der kirchlich geprägten Monokultur auf fruchtbaren Boden…eine Art homogegner Boden… 😀 😀 😀

    fixed it :ninja:

  15. caotica
    19. Juli 2015

    @Subway 😀 schön!! 😀 ich zitiere immer wieder gerne
    "Viele unnötige Dinge sind mit menschlicher Dummheit hinreichend erklärt"

    Unpackbar… schon so bissl.

  16. Mark11
    19. Juli 2015

    Ob nun paar bayrische Dorfpfaffen Husten haben und eine bayrische Provinzpostille das tatsächlich noch veröffentlicht oder in China ein Sack Reis umfällt – wen interessiert's heute noch?
    Glücklicherweise immer weniger Menschen, solche Dumpfbackenansichten aus klerikalen Kreisen verursachen doch eigentlich nur noch ein müdes Lächeln.
    Die Folge ist doch mehr als offensichtlich: http://www.faz.net/aktuell/politik/zahl-der-kirchenaustritte-steigt-dramatisch-13086521.html, auch wenn die Kirchen versuchen, die Ursache auf Peer Steinbrück abzuwälzen.

  17. reed
    19. Juli 2015

    Nach einer kurzen Lektüre der "10 Thesen" wird zumindest klar: Die Argumente passen vorne und hinten nicht zusammen und ergeben so mMn auch keinen Sinn. Interessant daher der Hinweis in der PDF, dass es sich dabei um eine "stark gekürzte Fassung" handele. Die Langfassung würde mich doch mal interessieren.

    Mein Fazit: Von 10 Thesen sind vielleicht 5 überhaupt Argumente gegen die Homo-Ehe, wobei nur 2 der Argumente für mich ansatzweise Sinn ergeben. Ich finde das einfach nur peinlich.

    Wer sich die PDF nicht runterladen will:

    Spoiler: 10 Thesen
  18. マイサマー
    19. Juli 2015

    Die Kirche braucht eh Nachhilfe in Sachen Realität. Geht auch niemanden was an wer wie wann wo wen liebt oder nicht liebt. Die "Argumente" gegen die "Homo-Ehe" (blöder Begriff) sind keine Argumente, sondern wirklich nur Bullshit. Polemisches Gefasel generell gegen Schwule und Lesben ist menschenfeindlich und Hetze.

    Dass man sich zu dem eigenen Geschlecht hingezogen fühlt ist auch im Tierreich mehr als genug belegt und kommt öfter vor, als man denkt. Und nicht zuletzt war im Römischen Reich vor 2000 (!) Jahren Homosexualität kein Aufreger.

    Es wird so getan, als wäre es eine Seuche, die sich verbreitet und "normale" Menschen infiziert und sie zu unmoralischen, perversen Menschen macht, die man heilen oder verstoßen sollte.

    Unmenschen sind die, die anderen das Menschsein absprechen, fällt mir gerade ein. Und viel mehr braucht man zu der Thematik nicht sagen. Die Menschen haben immer in Schubladen gedacht und das tun sie auch heute. Es gibt immer ein "Die-da" und "Wir-hier". Warum sollte meine Art zu Leben und zu Lieben die Bessere sein? Und warum sollte es allen Menschen passen? Warum sollte ich sie dazu zwingen? Weil ich mich nur an den Menschen erfreuen kann, wenn sie mir gleichen? Wer gibt mir das Recht, mich als das Ideal, der Maßstab zu sehen.

    Die Evolution, die Vielfalt der Natur, zeigt, dass eine unfassbar große Anzahl verschiedener Lebewesen auf einem (!) Planeten, nebeneinander (!) leben können, sollen und müssen (!) und alle haben eine Aufgabe (was das auch immer ist) und einen Wert (einfach weil sie da sind und wertvoll sind) und keiner hat einen glänzenderen Heiligenschein, als der andere.

  19. Subway
    19. Juli 2015

    Was mich da immer ein wenig traurig macht ist, dass es ja anscheinend wirklich Menschen gibt die sich das durchlesen und dann sagen: "Joa, doa hodda awwa reschd!"

  20. PhesKlNachtmusi
    19. Juli 2015

    Die Kirche (mit Hilfe einer ziemlich altmodischen Partei) proklamiert 10 “Thesen“ gegen die Homoehe.
    Es braucht aber nur ein Beiheft für jeden halbwegs intelligenten Menschen, zu erkennen, daß genau diese gekünstelten Thesen für die Homoehe sprechen.
    Keines der Argumente fußt auf dem Boden der Realität.
    Was ein Kind braucht, ist bedingungslose Liebe, alles darüber hinaus ist ein Geschenk.
    Liebe, die der Kirche schon lange fremd geworden ist.
    2000 Jahre teil-zölibatären Sektierens haben die mittlerweile schon ziemlich….eigen in ihren Ansichten gemacht.
    Schon Höhlenmalereien aus den Anfangsjahren der menschlichen Geschichte zeigen den Alltag homosexueller Beziehungen.
    Das einzig gute ist….
    es ist deutlich wahrscheinlicher, daß durch die kontinuierlich steigende Zahl der Kirchenaustritte sich das Problem selbst erledigt hat, bevor die Kirche in diesem Jahrtausend endlich angekommen ist.

    Aber ich unke auch auf ziemlich hohem Niveau :frown:
    Bisexuell, in ner offenen Dreierbeziehung, will keine Kinder….
    wundert mich eh, daß man unter mir noch kein Reisig aufgetürmt hat. Aber für so direkte Aktionen ist die Kirche und ihre weltlichen Vertreter mittlerweile eh zu schwach geworden.
    *vorsicht…ironie*

  21. Fedora
    19. Juli 2015

    Mir würde einiges einfallen, was ich dazu sagen könnte… Gegenargumente, die diese "Thesen" widerlegen; Wut über so viel Kleingeist; Ohnmacht darüber, dass noch immer nicht angekommen ist, worum es gehen sollte…
    Letztendlich ist es in erster Linie traurig…
    Traurig vor allem deshalb, weil so ein Papier vielleicht den einen oder anderen Zweifler wieder auf die überaus intolerante "Ich hab ja nichts gegen die, aber…"-Schiene bringt. Ein Rückschritt.
    Trost gibt mir der Gedanke, dass aber auch diese Veröffentlichung die Entwicklungsrichtung nicht ändern wird, ob die das jetzt gern wollen oder nicht. Es gibt keinen Sinn darin, Menschen vorzuschreiben, wen und wie sie lieben und auch, wenn manche das vielleicht nie begreifen werden, wird sich dieser Grundgedanke durchsetzen.

  22. schuichi
    19. Juli 2015

    Ich finde dazu die Ansicht meienr Mutter ganz gut die unserer Frau Ministerpräsidentin in einer Runde, einfach mal sagte: " Sie wollen damit Familien fördern gut, dann sagen wir einfach , dass die Ehe erst mit dem ersten kind gültig wird und wenn eienr der homosexuellen Samen spendet oder eine Lesbe welchen Empfängt wird die ehe auch gültig." ist doch ein Echter Konsens . Damit ist die Diskussion für mich erledigt und hinterwäldlerrische Bayrische Prä Luther christen sollen den schnabel und die Druckerpresse halten , sonst ist Gott bei der Selektion vorm Tor nicht mehr Ganz zo Zwei Augen blind wie er sagt.

  23. void ray
    19. Juli 2015

    Ich bin überraschenderweise (?) hoffnungsvoll, dass irgendwann solche Thesen keinen Nährboden mehr finden. In den letzten Jahrzehnten hat sich doch einiges getan. Ich denke schon, dass in den nächsten Jahrzehnten die absolute Gleichstellung erreicht wird, auch wenn das vielleicht etwas naiv klingt…

  24. banane0815
    19. Juli 2015

    Was haltet ihr von oben genanntem Beiheft und den darin vermittelten Inhalten?
    Das ist eben mal wieder der typische, populistische, homophobe, menschenverachtende und ewiggestrige Bullshit, den offizielle Organe und hochrangige Kleriker der katholischen Kirche so gerne von sich geben.
    Bei den Ergüssen aus diesen Quellen wundert mich schon lange überhaupt nichts mehr.

    Wie seht ihr, dass ein derartiges Beiheft vom Staat gefördert wird?
    Das zeigt mal wieder, dass wir in einem rückständigen Gottesstaat leben, in dem es so etwas, wie eine Trennung von Staat und Kirche einfach nicht gibt. – Und das finde ich sehr traurig und beschämend.

    Braucht die Kirche ein dringende Revolution hinsichtlich ihrer Ansicht zu Homosexualität?
    Die katholische Kirche darf gerne bei ihren Ansichten bleiben.
    Dafür finde ich die steigende Zahl von Kirchenaustritten sehr schön und hoffe, dass immer mehr Kirchenmitglieder mit den Füßen abstimmen, bis dieser seltsame Verein irgendwo in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.

  25. DannyMirow
    20. Juli 2015

    Die "Thesen" selbst können mich nicht mehr erschüttern – wohl aber, dass ein solches Blatt auch noch von staatlicher Seite gefördert wird. Ich hatte gehofft, dass diese Zeiten nun doch schon vorbei wären.

  26. FunkandJazz
    25. Juli 2015

    Wie kann man auf so dreckige Weise andere Leute niedermachen und dafür auch noch Hilfe vom Staat bekommen?

    Wird Zeit, dass ich aus dem Christentum austrete. Einfach widerlich-

  27. Firebird
    25. Juli 2015

    Ach ja… Ich wohne nicht in der Gegend und lese daher auch nicht diese Zeitung. Würde ich sie lesen, dann würde ich mit dem Beiheft das gleiche machen, wie mit anderen Werbebeilagen – in die blaue Tonne und gut ist's.

  28. FunkandJazz
    25. Juli 2015

    Maikemädchen20Ich bin selber Bi und habe viele homosexuelle Freunde in meinem Bekanntenkreis. Ich finde es schade, dass sie von der Politik zu diskriminiert werden. Wenn zwei Menschen sich lieben, dann sollten sie auch heiraten dürfen.

    Das ist es. Allerdings liegen doch Welten zwischen einer wahren, direkten Demokratie und der Pseudoversion, die indirekte Demokratie. Mit Repräsentation des Volkes hat das schon lange nichts mehr zu tun.

  29. beefträger
    26. Juli 2015

    Diese Ausführungen finde ich ziemlich widerlich. Dass die Kirche ihr "Produkt" Ehe gern schützen möchte, kann ich noch nachvollziehen, dass so ein Schund aber von der Regierung unterstützt wird, darüber kann man eigentlich nur den Kopf schütteln.

    Mit dem Inhalt möchte ich mich gar nicht zu sehr auseinander setzen, nur finde ich die Argumentation mit der "Natürlichkeit" sehr widersprüchlich. Ich bin kein Anthropologe, aber ich habe meine Zweifel, dass absolute Monogamie in der Natur des Menschen liegt.

    Außerdem möchte ich nicht unbedingt Ratschläge zur Fortpflanzung, Erziehung und Familienführung von einer Institution erhalten, deren Chefdenker im Zölibat leben (sollten).

  30. DannyMirow
    26. Juli 2015

    beefträgerDiese Ausführungen finde ich ziemlich widerlich. Dass die Kirche ihr "Produkt" Ehe gern schützen möchte, kann ich noch nachvollziehen, …

    Weil das halt immer mal wieder kommt: Nein, die Ehe ist *kein* Produkt der Kirche, weder heute noch historisch. Wer will, kann in Deutschland *auch* kirchlich heiraten, das hat aber alleine keinerlei Rechtskraft (und ist auch nicht dass, was Homosexuelle fordern). Wichtig ist einzig das zivilrechtliche Institut "Ehe", und damit hat die Kirche nullkommagarnix zu tun.

  31. Scatterheart
    26. Juli 2015

    *ächm* 1. Was ist aus der Trennung zwischen Politik und Kirche geworden?
    2. Hätte ich an deren Stelle einen anderen Titel als "Familienbunt" gewählt, wo das doch grade eine heterogene (als gerade eben nicht heteronormative) Lebensweise vermuten lässt.
    3. Es ist geradezu bezeichnend, dass diese Kirchenmenschen ihre eigene Bibel nicht verstehen. Z.B das Gleichnis mit dem Weinberg ("Die letzten werden die ersten sein") wenn man das als Metapher deutet, dann heißt das "Gib dich mit dem zufrieden, was du hast und lass dir das nicht versauen von dem, was andere haben". Will sagen: nur weil Homos mehr Rechte haben, heißt das nicht, dass dadurch die "Heteroehe" an Wert verliert.
    4. Der Rest, dass die Ehe angeblich eine "natürliche Gegebenheit" ist, und nur dem Zweck dient, Kinder in die Welt zu setzen, ist einfach nur realitätsfremd.
    5. Warum sollen gerade Leute, denen es verboten ist, zu heiraten und Kinder zu kriegen, über dieses Thema überhaupt urteilen dürfen?

    (Okay, genug aufgeregt… hier wird sich ja wahrscheinlich eh niemand als homophob "outen")

  32. banane0815
    26. Juli 2015
    Scatterheart

    *ächm* 1. Was ist aus der Trennung zwischen Politik und Kirche geworden?

    Die gab es in der Bundesrepublik Deutschland noch nie.

  33. beefträger
    26. Juli 2015
    DannyMirow

    Nein, die Ehe ist *kein* Produkt der Kirche

    Natürlich ist es das. Ich kann morgen zu einem Pfarrer gehen und mich trauen lassen, nehme also eine Dienstleistung der Kirche in Anspruch, für die ich direkt (für die kirchliche Trauung) und indirekt (durch meine Kirchensteuer) bezahle. Welche rechtliche Bedeutung dieser Akt hat und welche Alternativen dazu bestehen, ist doch erstmal völlig irrelevant.

  34. DannyMirow
    27. Juli 2015
    beefträger

    Natürlich ist es das. Ich kann morgen zu einem Pfarrer gehen und mich trauen lassen, nehme also eine Dienstleistung der Kirche in Anspruch, für die ich direkt (für die kirchliche Trauung) und indirekt (durch meine Kirchensteuer) bezahle. Welche rechtliche Bedeutung dieser Akt hat und welche Alternativen dazu bestehen, ist doch erstmal völlig irrelevant.

    Das ist es aber nicht, worum es beiden Seiten geht. Die Homosexuellen wollen *dieses* Produkt gar nicht – und die Kirchen, speziell die katholische, wollen *dieses* Produkt gar nicht verteidigen, die wollen viel mehr Kontrolle über das *staatliche* Produkt der Zivilehe. Von daher ist die Ehe, von der wir hier reden, eben *nicht* ein Produkt der Kirche. Würden die Kirchen sagen "Zivilrechtlich soll jeder heiraten können, auch gleichgeschlechtliche Paare – wer darüber hinaus noch den symbolischen Akt der kirchlichen Trauung möchte, muss sich allerdings unseren Regeln unterwerfen." wäre alles in Butter.

  35. banane0815
    27. Juli 2015

    Das Problem liegt vielleicht auch darin, dass die zivile Ehe den Namen einer kirchlichen Tradition trägt, weshalb die Kirchen glauben, hier ein Mitspracherecht zu haben.
    Wie wäre es, wenn wir die zivile Ehe einfach abschaffen und dafür die eigetragene Lebenspartnerschaft für alle öffnen – also auch für Heteros?

    Dann wäre man von staatlicher Seite her den ganzen kirchlichen Ballast endlich los.

  36. DannyMirow
    27. Juli 2015

    banane0815Das Problem liegt vielleicht auch darin, dass die zivile Ehe den Namen einer kirchlichen Tradition trägt, weshalb die Kirchen glauben, hier ein Mitspracherecht zu haben.
    Wie wäre es, wenn wir die zivile Ehe einfach abschaffen und dafür die eigetragene Lebenspartnerschaft für alle öffnen – also auch für Heteros?

    Dann wäre man von staatlicher Seite her den ganzen kirchlichen Ballast endlich los.

    Die Wurzeln der Ehe sind allerdings alles andere als religiös. Die christliche Kirche hat sie sich diese Tradition nur im Laufe der Geschichte unter den Nagel gerissen (und dabei besonders der Rolle der Frau in der Partnerschaft nicht unbedingt Gutes getan). Wenn sich also jemand einen neuen Namen überlegen sollte, dann vielleicht doch eher die "Traditionsräuber"?

    Ich persönlich halte das nicht für notwendig. Vielleicht bin ich da etwas fundamentalistisch, wer weiß. Ich sehe bloß nicht ein, der Kirche ein Wunschkonzert zu spielen in ihrer Anmaßung, nicht nur für ihre eigenen Schäflein sondern für die gesamte Gsesellschaft die Regeln machen zu wollen.

  37. Firebird
    27. Juli 2015
    banane0815

    Wie wäre es, wenn wir die zivile Ehe einfach abschaffen und dafür die eigetragene Lebenspartnerschaft für alle öffnen – also auch für Heteros?

    Nix da, zumindest nicht so einfach. Die Homos haben jahrzehntelang um diese LP gekämpft, die wird nicht so einfach für die Heten geöffnet! :zwinker:

  38. banane0815
    27. Juli 2015
    DannyMirow

    Die Wurzeln der Ehe sind allerdings alles andere als religiös. Die christliche Kirche hat sie sich diese Tradition nur im Laufe der Geschichte unter den Nagel gerissen (und dabei besonders der Rolle der Frau in der Partnerschaft nicht unbedingt Gutes getan). Wenn sich also jemand einen neuen Namen überlegen sollte, dann vielleicht doch eher die "Traditionsräuber"?

    Ich persönlich halte das nicht für notwendig. Vielleicht bin ich da etwas fundamentalistisch, wer weiß. Ich sehe bloß nicht ein, der Kirche ein Wunschkonzert zu spielen in ihrer Anmaßung, nicht nur für ihre eigenen Schäflein sondern für die gesamte Gsesellschaft die Regeln machen zu wollen.

    Prinzipiell finde ich derartige Spielereien mit irgendwelchen Namen und Bezeichnungen, die ja bekanntermaßen nur Schall und Rauch sind, auch nicht wirklich notwendig.
    Aber es wäre doch irgendwie eine nette Symbolik, der Kirche damit ziemlich deutlich LMAA zu sagen, indem man den von der Kirche geklauten und beanspruchten Begriff einfach aus den Gesetzten streicht und durch einen rein weltlichen Begriff ersetzt.

  39. BABY_TARZAN_90
    3. August 2015

    Damit die Proportionen gewahrt bleiben:
    http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Huonder-hetzt-weiter-gegen-die-HomoEhe/story/18380495

    Dagegen hier These 1:
    "Es kommt darauf an, zwischen der Frage der Homosexualität und der Frage der sogenannten Homo-Ehe zu unterscheiden. Homosexualität gehört in die Sphäre des Privaten und Individuellen. Die Gesellschaft muss den Homosexuellen die gleichen Rechte auf Schutz ihrer Privatsphäre zugestehen wie jedem anderen Bürger."

    Das Problem ist offenbar, dass im Artikel die Ehe für eine göttliche Stuftung gehalten wird, über welche die Kirche zu wachen hat. Also nichts für Menschen, welche nicht an Gott glauben und in der Kirche nicht Gottes Deuterin anerkennen.

    Sollte man – wie Kirche und Staat – nicht auch die beiden Eheinstitute von einander trennen? Im Staat hätten wir durchaus die Möglichkeit, die homosexuelle Ehe gesetzlich zu verankern. Warum geschieht das nicht? Lässt man der Kirche in dieser Frage am Ende ihren Willen, damit sie in anderen (z.B. sozialen) Frage nicht zu sehr dreinredet?

  40. reed
    3. August 2015

    BABY_TARZAN_90Das Problem ist offenbar, dass im Artikel die Ehe für eine göttliche Stuftung gehalten wird, über welche die Kirche zu wachen hat. Also nichts für Menschen, welche nicht an Gott glauben und in der Kirche nicht Gottes Deuterin anerkennen.

    Eigentlich witzig im Anbetracht der Tatsache, dass viele kirchlich verheiratete Hetero-Paare höchst selten einen Fuß in die Kirche setzen.

    BABY_TARZAN_90Warum geschieht das nicht? Lässt man der Kirche in dieser Frage am Ende ihren Willen, damit sie in anderen (z.B. sozialen) Frage nicht zu sehr dreinredet?

    Ich glaube gar nicht, dass das irgendeinen Sinn hat. Ich würde eher sagen, das zeigt, dass wir von einer Trennung von Kirche und Staat noch recht weit entfernt sind.

  41. Fessler
    4. August 2015

    Ich halte diese Aussagen für ein trotziges Auflehnen der in der Gesellschaft an Einfluss verlierenden Kleriker, deren Doktrin über Jahrhunderte massgebend war.

  42. 24. März 2016

    Well, I don’t know if that’s going to work for me, but definitely worked for you! 🙂 Excellent post!

  43. 24. März 2016

    Thank you for all the information was very accurate, just wondering if all this is possible.~

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