Im niederbayerischen Siegenburg wurden syrische Flüchtlinge über einem „Amüsierlokal“ untergebracht. Die Situation ist prekär: der Zugang zur Wohnung führt nur durch das Lokal selbst. Das zuständige Landratsamt sieht auf Grund des Mangels an Unterkünften keine Alternativen.

In dem 3300-Einwohner Ort wird natürlich darüber geredet. Den Flüchtlingen selbst ist die Situation unangenehm: „Wir schämen uns vor den Leuten im Dorf. Weil die Leute vielleicht glauben, dass wir glücklich sind über die Situation“, wird in der SZ einer der Männer zitiert. Zudem wurden Bedenken geäußert, dass die syrischen Männer ein falsches Frauenbild bekommen könnten, wenn sie mit Damen konfrontiert seien, die sich „wie in einem Pornofilm“ kleiden – Bedenken, die Seitens der Flüchtlinge mit einer Prise Humor negiert wurden.

Die Betreiberin des Lokals versteht die Aufregung nicht, da die zuständigen Behörden sich zuvor bei einer Ortsbegehung ein Bild von der Lage gemacht hätten. Zudem kümmere sie sich sehr gut um die Flüchtlinge, wie von beiden Seiten bestätigt wurde.

Letztendlich wird beiden Parteien nichts anderes übrig bleiben, als sich mit der Situation abzufinden. Die Flüchtlinge seien, trotz aller Unannehmlichkeiten, froh, an einem warmen Ort mit einem Dach über dem Kopf zu leben, an dem man sich gut um sie kümmere. Die Betreiberin des Lokals wird außerdem zitiert: „Wir haben hier unten kein Problem damit.“ Der Mietvertrag wird also vorerst bestehen bleiben…

 

Quellen:

Süddeutsche Zeitung

Donaukurier

Abendzeitung München

Titelbild: Pixabay