Sie hat es bereits in die deutsche Bravo geschafft und verbreitet sich in den letzten Wochen über Twitter und Facebook – die Belly Button Challenge (deutsch: Bauchnabel Herausforderung). Der Internethype, der seinen Ursprung auf Weibo (dem chinesischen Twitter) haben und junge Mädchen und Frauen zum Fotografieren und Posten ihrer Körpermitte auf der entsprechenden Plattform animieren soll. Laut Daily Mail sollen bis Anfang Juni bereits 130 Millionen Menschen den Versuch gewagt und diesem im Netz geteilt haben.

Ziel ist es mit dem Arm hinter dem eigenen  Rücken den Körper zu umschlingen und mit der Hand bis zum Bauchnabel zu gelangen. Wer das nicht schafft, hat verloren und ist nicht schlank genug. Das ist zumindest die Botschaft, die dem Zuschauer recht schnell (unfreiwillig) vermittelt wird.

Immer mehr Bilder verbreiten sich auch auf deutschen Profilen, auf denen Mädchen stolz ihren „Erfolg“ dokumentieren und ihre Freunde zum mitmachen aufrufen. Die Botschaft, die mit den Bildern durch die Netzwerke geht, ist klar: Was wirklich wichtig ist, ist schlank zu sein. Eine fatale Fehlannahme, die nicht nur zahlreiche junge Mädchen und Frauen in ihrem Selbstbild verunsichern wird sondern auch als Trigger für den Magerwahn von Teilen der jungen Generation wirken kann.
Ein „ominösen US-Studie“ soll belegen, dass Frauen, die die Belly Button Challange schaffen einen tollen Körper haben. Alle anderen müssten abnehmen. Bereits im Juni stellt der Stern jedoch fest, dass diese Studie bisher nicht aufzufinden sei. Ihre Existenz kann somit mehr als berechtigt angezweifelt werden.
Doch auch immer mehr Bilder von sehr schlanken Frauen, die ihren Bauchnabel nicht mit den Fingern erreichen, häufen sich im Netz und verdeutlichen das, was eigentlich jedem klar sein sollte: Nicht allein auf den flachen Bauch kommt es bei der Challenge an! Beweglichkeit und idealerweise lange Arme sind die idealen Bedingungen beim Verrenkungswettbewerb. So lassen sich auch ganz einfach die Bilder erklären, auf denen durchaus gut genährte Herren und Damen scheinbar problemlos die ihren Bauchnabel erreichen.
(Wir haben das ganze natürlich auch auf dem Planet – Liebe Sommer- Camp getestet. Selbst unsere wirklich sehr schlanken Damen, die definitiv kein Gramm zu viel an ihrer Taille haben, haben den Bauchnabel nicht erreichen können. Kein Grund also, sich Gedanken zu machen. 😉

 

Eine britische Unterwäschemarke nahm die Diskussionen um die Belly Button Challenge zum Anlass für eine Gegenaktion. Mit #BoobsOverBellyButtons soll die positive Einstellung gegenüber dem eigenen Körper, seinen Rundungen und der Vielfalt gefördert und in den Fokus gestellt werden. Frauen werden bei der Kampagne aufgefordert Bilder zu posten, auf denen sie sich an ihren Brüsten berühren. Zwecks Jugendschutz natürlich mindestens mit BH – was für den Hersteller einem netten Werbeeffekt hat. So ganz frei von wirtschaftlichen Interessen sollte man die Aktion daher auch nicht sprechen. Aber im Gegensatz zum, von der Belly Button Challenge propagierten Körpervergleich, scheint die Aussage dieser Aktion vertretbarer.
Was haltet ihr vom Hype um die Belly Button Challenge? Wird sie zu Recht kritisiert oder ist das alles nur übertriebene Panikmache? Was denkt ihr zur Gegenaktion? Helfen Fotos von Frauen, die sich an die Brüste fassen, dem propagierten Körperkult entgegenzuwirken oder machen sie es vielleicht nur schlimmer?