Wer kennt nicht Barney Stinson, den legen-(gleich kommt es!)-dären Weiberhelden aus der Sitcom „How I met your mother“? Er hat die Kunst, Frauen zu verführen, zu einer Perfektion geführt, die ihn quasi zum strahlenden Idol aller Hetero-Männer macht. Wäre da nicht ein kleiner Schönheitsfehler: Der Schauspieler, Neil Patrick Harris, ist schwul. Ein echtes Dilemma für jeden aufrechten, schwulenhassenden Hetero: Darf er den Vater des „Playbooks“ bewundern, oder soll er ihn verabscheuen?

Die erlösende Antwort: Er darf ihn bewundern. Denn Harris hat die offizielle Vergebung des russischen „Maxim“-Ablegers erlangt. Eigentlich seien Männer, die Sex mit Männern haben, ja keine echten Männer, erklären die Herausgeber der Männerzeitschrift. Aber für manche Schwule darf man eine Ausnahme machen, und sie großzügigerweise doch als echte Kerle ansehen. In einer Liste erklärte die Zeitschrift zehn „Schwule, die wir respektieren“. Neben Harris fanden sich unter anderem auch Sir Ian McKellen (der als Zauberer Gandalf und als X-Men-Widersacher Magneto bekannt ist) und Freddy Mercury (der eigentlich gar nicht homosexuell war, aber wir wollen ja nicht kleinlich sein) im erlauchten Kreise derer, deren Männlichkeit wiederhergestellt wurde.

Dieser Schritt erntete nur wenig Applaus. Nicht nur distanzierte sich die amerikanische Version der „Maxim“ deutlich von diesem Artikel, auch in Russland selbst gab es Kritik: Zu liberal! Hmm, „zu liberal“? Schon Albert Einstein sagte: „Alles ist relativ“, und der muss es gewusst haben, schließlich war er (soweit wir wissen) ein braver Hetero. Etwas bildlicher formulierte ein russischer Maxim-Leser: Schwuchtel müssten schon heißes Wasser pinkeln, damit sie Respekt verdienten. Klingt schmerzhaft…

Meine ganz persönliche Meinung: Die Aussage, dass Männer, die mit Männern Sex haben, keine Männer seien, ist so eine gelungene Anwendung des Lügner-Paradoxons, dass ich euch ja fast vergeben würde, homophob zu sein. Fast…

Quellen:

ggg.at

m-maenner.de