Partnerbörsen – Wunsch vs. Realität

Partnerbörsen – Wunsch vs. Realität

Sie werben mit großen Plakaten in der Stadt, auf Werbebannern im Internet und sogar mit Spots im Fernsehen. Die Rede ist von Partnerbörsen, Dating-Portalen, Dating-Apps, Flirtseiten und ähnlichen Plattformen, die die große Liebe oder aufregende Sex-Kontakte versprechen. Dank Internet kann heute jeder, gemäß seinen Interessen, den passenden Partner finden – egal ob für immer, für die Schnelle Nummer oder den Dreier im Hotelzimmer. Dabei muss klar sein, dass nicht alle Seiten gut sind und schon gar nicht gerecht.

Die Kostenfalle

Einige Portale sind kostenpflichtig bzw. bieten nur gegen Geld bestimmte Features, die zur Annäherung an das andere oder gleiche Geschlecht benötigt werden. Die Kostenfalle der Partnerbörsen betrifft meist nur die interessierten Herren, denn sie gibt es auf den hetero-orientierten Dating-Portalen quasi im Überfluss. Tatsache ist, dass dort verhältnismäßig viele Single-Männer auf eine Single-Frau kommen, was auch dazu führt, dass Männer sich weitaus mehr anstrengen müssen um einer Dame dort überhaupt aufzufallen.

Kreativität ist gefragt!

Oftmals bekommen die Frauen, gerade wenn sie ein halbwegs annehmbares Foto haben, zig Nachrichten am Tag, die von „Ficken?“ bis zu halbgaren Heiratsanträgen reichen können. Logisch, dass eine nettes „Hallo, wie geht es dir? Was machst du so?“ da eher untergeht als auffällt, die Damen schnell genervt reagieren und der Herr höchstwahrscheinlich vergeblich auf eine Antwort warten wird. Wobei es auch schon fraglich ist, ob die potentielle Angebetete die Nachricht überhaupt liest, wenn sie täglich mit Post im zweistelligen Bereich bombardiert wird. Was kann man(n) also tun um auf einer Partnerbörse doch noch fündig zu werden? Mit einem interessanten Profil, einem guten Foto und einfallsreichen Nachrichten bestechen!

Selbst ist die Frau!

Und was tut die Damenwelt auf der Suche nach Abenteuer oder der großen Liebe im Internet? Zunächst einmal kann man sich natürlich über die vermutlich vielen Interessenten freuen. Wenn sich dort aber kein Mr. Right finden lässt, sollte Frau von Welt auch selbst aktiv werden. Die Auswahl an Herren ist auf diesen Seiten groß und nichts spricht dagegen selbst einen Mann anzuschreiben und zu schauen ob er für ein persönliches Kennenlernen in Frage kommt.

Die hier aufgeführten Verhaltensweisen lassen sich natürlich auch auf bi- oder homosexuell orientierte Personen übertragen. Auch hier kann man davon ausgehen, dass die attraktiven und jungen Menschen recht viele Anfragen bekommen und die Motivation zu antworten daher eher gering ausgeprägt ist. Same same but different, quasi.

Der Sprung vom Internet in die reale Welt

Und da sind wir auch schon einen Schritt weiter. Nach der ersten schriftlichen Kontaktaufnahme, sollte man nicht zu lange warten bis man sich richtig, also persönlich kennen lernt. Natürlich soll man nicht nach der ersten Nachricht auf ein Date drängen.  Ein Jahr und unzählige Nachrichten sollte man aber auch nicht abwarten. Meist merkt man beim Schreiben schon recht schnell, ob das Gegenüber Interesse an einem Kennenlernen haben könnte oder nicht. Gern gesehen ist gerade bei den Frauen ein Telefonat bevor man sich verabredet. Aber auch dafür muss man der Typ sein. Nicht jeder telefoniert gern. Wobei es schon fraglich ist, ob jemand, der nicht telefonieren möchte, dann beim persönlichen Kennenlernen sonderlich gesprächig wird. Da kommt es wohl auf die Beteiligten an.

Eines lässt sich zum Thema Partnerbörsen jedoch nicht abstreiten: Es ist eine tolle Möglichkeit um viele verschiedene Menschen kennenzulernen. Ob für den Kaffee oder das Bier nach Feierabend oder die heiße Nummer im Swinger-Club, hängt von der Plattform ab. Wer auf Abenteuer aus ist, kann auf speziellen Seiten Mitspieler finden, die die gleichen Interessen und Neigungen teilen. Nie war es einfacher und unkomplizierter an schnellen Sex zu kommen, wenn man sich online richtig verkaufen kann.

Privatsphäre schützen

Wie überall im Internet gilt, dass Wert auf den Datenschutz gelegt werden sollte. Die Sichtbarkeit von Bildern und Details zur eigenen Person sollten von außen nicht einsehbar sein. Man selbst sollte sich auch gut überlegen, wem man Details oder Bilder von sich schickt und wie diese aussehen. Peinlich könnte sonst das Gespräch mit den Kollegen oder Bekannten werden, wenn diese auf das Profil im Dating-Portal aufmerksam geworden sind oder gar dort Gesprächspartner waren ohne, dass man es selbst bemerkt hat.

Mit Partnerbörsen verhält es sich wie im richtigen Leben: Alles ist eine Typ-Frage. Nicht jeder ist für das Online-Dating gemacht. Am Ende wird man vielleicht doch eher beim Speed-Dating, der Singleparty, auf der Arbeit, beim Sport oder der Einweihungsparty von Freunden fündig, nach was auch immer man vorher gesucht hat.

 

Wie geht ihr mit Partnerbörsen oder Flirtapps um?
Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Habt ihr Tipps für Neueinsteiger?

Vibrator sendet Nutzerdaten bei Verwendung zum Hersteller

Vibrator sendet Nutzerdaten bei Verwendung zum Hersteller

Seit einigen Jahren bietet der kanadische Hersteller von Sexspielzeug Standard Innovation Corporation das Modell „We-Vibe“ an – einen ferngesteuerten Vibrator für Paare, mit dem auch einige unserer User im Forum bereits Erfahrungen gemacht haben.

Das Besondere an den We-Vibe-Modellen ist, dass sie sich drahtlos mit dem Smartphone des Partner verbinden lassen und dieser dann über die hauseigene We-Vibe-App den Rhythmus und die Intensität der Vibrationen fernsteuern kann. Über die App und die eigene Internetverbindung der Toys ist es für Paare zudem auch möglich, intime Zärtlichkeiten auszutauschen, selbst wenn beide Partner räumlich weit voneinander getrennt sind, beispielsweise bei Fernbeziehungen oder Geschäftsreisen. Was zunächst verlockend klingen mag, hat einen faden Beigeschmack, wie nun die amerikanische Seite fusion.net berichtete.

Am vergangenen Freitag haben zwei Internet-Sicherheitsexperten auf der Hacker-Konferenz „Defcon“ in Las Vegas von einer Hintertür im Software-Code der Toys berichtet. Demnach werden während der Nutzung des Vibrators „We-Vibe 4 Plus“ regelmäßig Nutzerdaten an den Hersteller über das Internet übertragen. Zu den im Hintergrund übertragenen Daten gehören u.a. die Temperatur des Gerätes sowie Stärke und Anzahl der Vibrationen. Aus diesen Daten ist es, laut den Berichten, für den Hersteller möglich, intimste Details über die Nutzer zu erfahren, z.B. wie lange es dauert bis ein Orgasmus erlebt wird oder welche Stimulationsmodi hierfür notwendig sind.

Der Hersteller dementiert diese Tatsache nicht und gab zudem an, dass die Daten für Marktforschungszwecke erhoben würden, um Verwendern der We-Vibe-Vibratoren das Beste und Intensivste Nutzererlebnis zu garantieren. In den Nutzerbedingungen der App wird die Erhebung der Daten nicht explizit erwähnt, aber auch nicht definitiv ausgeschlossen. Die Sicherheitsexperten raten währenddessen, die Geräte im Flugzeugmodus zu nutzen, wenn auf die Wahrung der Privatsphäre Wert gelegt wird. Auf diese Weise sei sichergestellt, dass keine Daten an den Hersteller übertragen werden; allerdings lassen sich die Toys dann auch nicht mehr fernsteuern.

Quellen: www.we-vibe.com | www.fusion.net

Bild: www.pixabay.com

Die Illusion der Mehrheit. Meinungsbildung im Internet

Die Illusion der Mehrheit. Meinungsbildung im Internet

Das Phänomen kennt wohl jeder: Wenn man sich mit verschiedenen Personen über ein Thema unterhält, sehen es alle gleich, und man weiß gar nicht, was das eigentlich für Leute sind, die eine andere Meinung vertreten. Kommt man in ein anderes Umfeld und spricht über das gleiche Thema, landet man wie in einer anderen Welt, und der gegenteilige Standpunkt wird als selbstverständlicher Konsens wahrgenommen. Welche Meinung die Mehrheit darstellt, ist oft eine Frage des Standpunktes.

Wissenschaftler der University of Southern California haben sich dieses Phänomens angenommen und die Mehrheitsbildung anhand verschiedener sozialer Netzwerke und Diskussionsplattformen im Internet untersucht. Sie fanden heraus, dass 20% der User für 60 bis 70% der User eine wahrgenommene Mehrheitsmeinung schaffen.

Dieses Phänomen hat verschiedene Ursachen:

  • Einzelne „heavy users“ haben sehr viele Freunde und wirken so vor einem breiten Publikum, während viele schlechter vernetzte User ihre Meinung nur punktuell verbreiten. Die von diesen „Knotenpunkten“ vertretene Meinung prägt das vorherrschende Meinungsbild.
  • Die besonders bekannten User mit vielen Freunden sind meist auch gleichzeitig diejenigen, die sich besonders oft zu Wort melden.
  • Vermeintliche Minderheiten können sich eingeschüchtert fühlen und schweigen. Eine andere Studie kam zu dem Ergebnis, dass Menschen im Internet nur ungefähr halb so oft ihre Meinung äußern, wenn sie das Gefühl haben, es sei eine Minderheitsmeinung.
  • Außerdem neigen Menschen dazu, sich mit Gleichgesinnten zu umgeben. Im Internet ist das oft einfacher als im echten Leben. Damit bilden kontroverse Meinungen oft ihre eigenen „Blasen“, innerhalb derer sie als Mehrheit wahrgenommen werden.

Auch in Sachen Liebe und Sexualität gibt es da natürlich große Unterschiede. Planet-Liebe bietet eine große Bandbreite verschiedener Einstellungen: Viele User haben Erfahrungen mit offenen Beziehungen, vielleicht sogar mit Polyamorie, andererseits fühlen sich hier aber auch Menschen wohl, die noch nie jemanden anders hatten als ihre eine große Liebe – und auch gar keine anderen Sexpartner wollen. Auch Homosexualität, BDSM und Rollenspiele sind im Forum nichts ungewöhnliches, hin und wieder haben wir auch Trans-bezogene Themen, und für nicht wenige User sind Sexparties und Swingerclub-Besuche etwas ganz normales. Verglichen mit anderen Ecken des Internet, in denen vorehelicher Sex, wechselnde Partner oder auch Masturbation als anrüchig und unmoralisch gesehen werden, ist Planet-Liebe sicherlich eine Insel der sexuellen Offenheit. Trotzdem gibt es natürlich noch andere Seiten, die sich z.B. explizit mit bestimmten Fantasien, Fetischen und Spielarten auseinander setzen und damit natürlich ein spezialisierteres Publikum anlocken.

Was ist eurer Eindruck von den überwiegenden Meinungstrends im Forum? Folgt Planet-Liebe damit dem sich wandelnden Mainstream in der gesamten Gesellschaft, oder stellen die User und ihre Meinungen und Erfahrungen eher eine Ausnahme dar? Bewegt ihr euch vielleicht sogar in Kreisen, in denen es noch viel „unkonventioneller“ hergeht?

Die Rache der Penisbilder

Die Rache der Penisbilder

Die Models Emily Sears und Laura Lux sind Instagram-Berühmtheiten. Das  Unterwäschemodell und die DJane posten regelmäßig Fotos von sich und kassieren pro Bild mehrere tausend Likes. Die sozialen Netzwerke sind für sie Marketing und Teil ihres Jobs.

Zu den hohen Followern und Likes gesellen sich aber auch negative Erfahrungen durch Fanpost, der eher unschönen Art: unerwünschte Penisbilder – mindestens eins oder zwei pro Tag.

Viele dieser Genitalbilderverbreitern denken noch, dass solche Frauen sexistische Nachrichten verdienen. Die Models wehren sich nun gegen diese Nachrichten. Sie schauen sich die Instagram Profile der Herren genauer an und schicken die Bilder einfach an die Freundinnen (in manchen Fällen angeblich! sogar an die Mütter) der Männer.
Deren Reaktion geht von „Ignorieren“ bis zu „tiefempfundener Dankbarkeit“. Eine Frau soll nach Nachricht zurückgeschrieben haben, dass sie herausgefunden hat, dass ihr Mann noch vier weitere Frauen unter der Gürtellinie belästigt.
Die InStyle bezeichnet die Aktion als „DEN Antisexismus-Hype“ im Internet.

Den Vorwurf, dass sie als Frau, die solche Bilder öffentlich postet mit Nachrichten (und Bildern) rechne müsse, weißt Sears zurück. „Es ist höchste Zeit, dass wir aufhören, den Frauen zu vermitteln, dass sie nicht um diese Art von Belästigung ‚bitten‘ sollen und stattdessen die Männer, die so etwas tun, zur Verantwortung zu ziehen.“
Victim blaming und rape culture sind die Begriffe, die sie selbst in einem Interview mit einer australischen Zeitung dazu ins Spiel gebracht haben soll. Auch unerwünschte Bilder und Nachrichten sind eine Form der sexuellen Gewalt*.

Ob die Models das aus Gerechtigkeitssinn oder Publicity machen, sei erstmal dahingestellt. Die Diskussion über ungewollte sexuelle Nachrichten entbrennt neu.

Habt ihr auch Erfahrung mit unerwünschten Penis- (oder anderen Arten von unerwünschten) Bildern machen müssen? Wie habt ihr reagiert?
Was haltet ihr von der (zugegeben) aufwändigen Racheaktion der beiden Frauen? Ist sie legitim oder vielleicht einfach nur rücksichtslos gegenüber den Partnerinnen der Männer?

Quellen und Links zum Weiterlesen:
jetzt – Was tun bei unerwünschten Penisbildern
I
nStyle – So cool reagiert dieses Instagram Model auf unerwünschte Penis Bilder

Dieser Beitrag ist eine Kooperation von voidray und Mikiyo 🙂

* Wir nutzen die Gelegenheit um darauf zu verweisen, dass alle Arten von unerwünschten Nachrichten (oder Bildern) im Forum von Planet-Liebe keinen Platz haben. Wer sich belästigt fühlt, meldet das bitte den Moderatoren durch einen Thread im Unter vier Augen, per PN oder die Meldefunktion.

Aus Schutz vor „Rache-Porno“ – Frau lässt sich Brüste urheberrechtlich schützen

Aus Schutz vor „Rache-Porno“ – Frau lässt sich Brüste urheberrechtlich schützen

Wer kennt es nicht? In intimen Partnerschaften oder Fernbeziehungen ist häufig das Verlangen groß, dem Partner / der Partnerin heiße Fotos oder erotische Videos zu schicken oder von ihm / ihr  zu erhalten. Dank Smartphone-Kameras, Apps und direktem Internet-Zugang ist dies heutzutage einfacher den je. Doch was passiert mit den Bildern, wenn die Partnerschaft in die Brüche geht?

„Revenge Porn“, zu deutsch „Rache-Porno“, ist ein zweifelhaftes Phänomen der modernen Kommunikationsgesellschaft in Zeiten von „Sexting“, Selfies, Social Media und dem globalen „Teilen“ von Medien. Konkret geht es darum, aus Rache über die verflossene Beziehung eben jene intimen Fotos oder Videos des Ex-Partners im Internet zu veröffentlichen und somit einem weltweiten Publikum zugänglich zu machen.

Abgesehen von der moralischen Fragwürdigkeit einer solchen Verletzung der Privatsphäre ist die Rechtslage zu „Revenge Porn“ uneinheitlich: in einigen Ländern ist es illegal, in anderen Ländern nicht, in wieder anderen Ländern existiert (noch) kein Gesetz zum Schutz der Opfer…

***

In den USA ist eine Frau einen drastischen Schritt gegangen, um sich gegen „Rache Pornos“ zu wehren…

Die Frau, die unter dem Pseudonym „Hilary“ bekannt wurde, führte viele Jahre eine Fernbeziehung mit ihrem Partner. Sie kam mehrfach seinem Wunsch nach, ihm explizite erotische Bilder und Videos zu schicken: Nacktbilder, Bilder und Videos im Bett von sexuellen Handlungen, usw… Nach Beendigung der Beziehung fand sie heraus, dass ihr Ex-Partner das Material im Internet veröffentlicht hatte.

Hilarys Handlungsmöglichkeiten waren eingeschränkt. Viele Webseiten in den USA, die solche Art von Bildern und Videos veröffentlichen, verweigern die Entfernung des Materials mit Berufung auf die Redefreiheit. Ein erster Schritt für Opfer von Rache-Pornos ist das Einreichen einer sog. „Takedown Notice“, eines Antrags zur Entfernung des Materials gemäß dem Digital Millenium Copyright Act.

Hilary beantragte darauf hin beim U.S. Copyright Office das Urheberrecht auf ihre Nacktbilder. Paradoxerweise musste sie dazu jedoch der Behörde genau das Material zukommen lassen, auf das sie das Copyright erhalten (und dessen Veröffentlichung sie eigentlich vermeiden) wollte: Nacktfotos und Standbilder aus ihren Videos. Es wurde ihr zugesichert, dass nur der für ihren Antrag zuständige Beamte das Material zu Gesicht bekommt. Hilary ließ sich schließlich Copyright-Anträge auf über 100 verschiedene Aufnahmen von ihr anlegen, was dazu führte, dass viele ihrer Bilder und Videos von den meisten Webseiten verschwanden bzw. entfernt wurden.

Trotzdem findet Hilary immer noch Nacktbilder von sich im Internet, wenn sie danach sucht…


 

Quellen:

CNN Money

Cosmopolitan

Chip

 

Copyright Titelbild:

©Pro Juventute