Lickster – Cunnilingus Training App

Lickster – Cunnilingus Training App

„Stop fingering your phone an start licking it!“

Seit wenigen Tagen geistert ein Clip durch die sozialen Netzwerke, der natürlich auch an uns nicht vorübergeht.
Er beginnt mit einem Date und einer Taxifahrt und endet im Schlafzimmer. Zunächst sieht es nach einer normalen Werbung aus. Doch dann folgt die Überraschung: Geworben wird für eine Cunnilingus-Trainings App! Mit kompetenten Erklärungen stellt der bärtige Hauptdarsteller dem Zuschauer diese überaus innovative App vor

Lickster soll dem Nutzer helfen die Frau zum Orgasmus zu bringen. „Paint the Canoe“, „Nose Bone“ oder „Bottom-of-the-Yoghurt-Cup aka Cervix Explorer“ sind nur drei der im Clip vorgestellten Techniken, die den weiblichen Intimbereich in Wallungen bringen sollen.
Spätestens beim Vergleich mit Candy Crush und den Darstellungen der Zungenakrobatik steigt der Unterhaltungsfaktor massiv.

Hinter dem Clip stecken die Briten von „The Kloons“.  Mit diesem Clip ist den Herren ein wirklich unterhaltsames kleines Kunstwerk gelungen.

Würdet ihr so eine App nutzen? Würdet ihr vielleicht sogar Geld dafür bezahlen? Wenn ja wie viel? Wo wäre eure finanzielle Schmerzgrenze?
Welche innovativen Techniken oder würdet ihr einem motivierten jungen Mann empfehlen?

 

Vagina-Künstlerin in Japan zu Geldstrafe verurteilt

Vagina-Künstlerin in Japan zu Geldstrafe verurteilt

Wer die Reportage „Sex around the World“ zu Japan schon gesehen hat, weiß, dass die Darstellung von Genitalien in Japan rechtlich verboten ist. Ein solches „Vergehen“ wird auch strafrechtlich verfolgt, wie eine Japanerin erfahren musste, die ihre Vagina als 3D-Modell für ein Kajak nutzen wollte.

Eine recht merkwürdige Idee ist es schon, die die Künstlerin Megumi Igarashi da hatte. Sie selbst bezeichnet sich als „Vagina-Künstlerin“ und nutzt den Künstlernamen Rukude Nashiko (Böses Mädchen). Sie wurde schon mehrfach von der Polizei wegen ihrer Kunstwerke festgenommen. Vor zwei Jahren hatte sie den Bauplan für das besagte Kajak verbreitet, was zur ersten Festnahme führte. Mit Hilfe ihrer Anwälte kam sie wenige Tage später wieder frei. Von diesem Vorfall ließ sich die junge Frau aber nicht beirren: In einem Schaufenster der japanischen Hauptstadt stellte sie wenige Monate später kleine Vaginen aus, was zu einer erneuten Festnahme führte. Die kleinen Modelle mit Pelzbesatz und Glitzer kamen bei der Justiz wohl nicht so gut an.

https://www.youtube.com/watch?v=3jGKJYkQd8M

(Der Link hat aktuell leider Probleme. Wir arbeiten daran, damit ihr möglichst schnell auch die Kunstwerke bestaunen könnt 😉 )

Nun ist ihre Kunst ein Fall für die japanische Justiz: In Japan darf, trotz florierender Pornografie und Hentai-Mangas, keine explizite Darstellung von Genitalien erfolgen. Diese dürfen nur hinter einem schwarzen Balken versteckt oder verpixelt gezeigt werden.
Schon im letzten Jahr konnte die junge Frau den Prozess und die Aufregung nicht nachvollziehen. „Ich bin unschuldig, denn weder die Daten für weibliche Genitalien noch meine Kunstwerke in Form von Vaginas sind obszön“ , zitiert sie der Spiegel. Es gehe ihr vor allem darum die Vorstellung von Obszönität zu verändern, die vor allem auf einer männlich geprägten Perspektive beruhe, so Igarashi. Ihre Kunst soll ein Zeichen gegen die Tabuisierung des weiblichen Geschlechtsorganes sein.

Der Fall hatte in Japan zu einer Debatte über die Zensur geführt.
Den letzten Gerichtstermin soll sie mit einem Spruchband „Ein Körperteil ist nicht schuldig“ begangen haben.
Das Bezirksgericht in Tokio fordert die 400.000 Yen (ca. 3000 Euro), zu der sie wegen ihrer Kunst verurteilt wurde, trotzdem ein. Immerhin blieb das Gericht mit der Summe hinter den, von der Staatsanwaltschaft geforderten 800.000 Yen. Im Kajak selbst soll die Richterin kein Problem gesehen. Die schrille Farbgebung sehe nicht wie menschliche Haut aus und erinnere deshalb nicht an ein weibliches Geschlechtsorgan. Der Datensatz war der Richterin dann aber wohl doch zu detailverliebt. Das Gericht soll die Vorlage als „möglicherweise sexuell stimulierend“ bezeichnet haben.
Megumi Igarashi hat wohl schon angekündigt in Berufung zu gehen.

Ihre Skulpturen darf die Japanerin übrigens weiter ausstellen. Das stimmt sie hoffnungsvoll und wird von ihren Anwälten als Entscheidung  von „hohem historischem Wert“ eingestuft.
Vielleicht sollte man sie mal auf die Kunstwerke von Sooraya Doolbaz aufmerksam machen. Eine gemeinsame Ausstellung wäre sicher ein Ereignis. 😉

Wir finden das Kajak und die ihre kleinen rosa Skulpturen nicht obszön.
Was meint ihr zu diesem Fall?

Quellen und Links zum Weiterlesen:
Spiegel.de: Vagina-Künstlerin muss Geldstrafe zahlen
D
er Standard: Japanische Vagina-Künstlerin zu 3.300 Euro Strafe verurteilt
D
onaukurier: Japanische Vagina-Künstlerin zu knapp 3.300 Euro Strafe verurteilt
w
eb.de: Japanische Künstlerin zu Geldstrafe verurteilt
S
Z: Vagina-Kajak: Japanische Künstlerin wird verhaftet (Juli 2014)

 

Frauen fragen Männer: Sexpuppen

Frauen fragen Männer: Sexpuppen

Man sieht sie gerade wieder vermehrt mit Gruppen von jungen Männern bei Junggesellenabschieden durch die Stadt ziehen, auf Festivals werden sie im Sommer auch wieder ein Accessoire in so manchem Camp sein: Die Rede ist von Sexpuppen.

Aber wer benutzt die Dinger eigentlich zu ihrem vorgesehenen Zweck? Welcher Mann hat wirklich Sex mit dem aufblasbaren Gummiteil, mit der skurrilen Mimik und dem (meist) zum O geformten Mund, das bei vielen eher Gelächter als erotische Stimmung aufkommen lässt?
Das sind Fragen, die neulich in einem Gespräch mit Freundinnen heiß diskutiert wurden. Und wir stellten fest: Wir haben absolut keine Ahnung. 😀
Die Gedanken kreisen dabei um Gerüchte, Ammenmärchen und skurrile Geschichten, die sich seit Jahren im Internet verbreiten.

Die teuren und hoch exklusiven Sexpuppen, die Real Dolls, die in Europa für Summen im fünfstelligen Bereich, ganz nach den eigenen Vorlieben erstellt und bestellt werden können, bilden nicht nur optisch den High-Level Bereich ab. Zwischen verschiedenen Körpertypen, Gesichtern, Haarfarben und Augenfarben kann der Kunde aus einer detaillierten Auflistung seine Favoriten kombinieren. Teilweise können auch männliche Puppen oder Shemales bestellt werden. In manchen Shops kann man inzwischen sogar in Raten zahlen. Bei Summen, die bis zu ein halbes Jahresgehalt verschlingen können, ist das aber auch verständlich.
Bei diesen Puppen kann sich Frau auch noch eher vorstellen, dass das Objekt der Begierde einen Namen bekommt und hübsch angezogen und drapiert wird. Im ersten Moment schweifen die Gedanken vielleicht (auch geprägt von Filmen wie „Lars und die Frauen“ (2007)) an einen Mann, der es mit „echten Frauen“ nicht gebacken bekommt oder sich aus Einsamkeit so eine Puppe zulegt. Aber ist das wirklich so? Ist der Sex mit solchen Puppen nicht auch einfach eine andere Art der Sexualität oder Masturbation?

raftingUnd wie sieht es mit den aufblasbaren Damen aus, die uns eher als Scherzartikel, als „Geschenk unter Männern“ zum Geburtstag oder Accessoire zum berüchtigten Jungegesellenabschied in der Fußgängerzone bekannt sind? Im Gegensatz zu den Real Dolls findet man die mit Luft gefüllten Puppen in jedem Katalog und jedem Online-Shop. Ihre Existenz scheint eher (zumindest in der Gegenwart der mir bekanten Frauen) auch von Männern belächelt zu werden. Aber auch diese Produkte müssen ja einen Abnehmer finden, wenn sie auch nach Jahrzehnten noch angeboten werden.

Wer besitzt solche Gummipuppen und hat auch wirklich Sex mit ihnen? Wie ist der Sex mit so einer Puppe? Ist das überhaupt in Ansätzen mit einem echten weiblichen Intimbereich vergleichbar oder nur ein zielführender Ersatz, der vor allem im Kopf kompensiert wird? In meiner Mädelsrunde kam auch die Frage auf, was eigentlich nach dem Akt mit der Puppe passiert: Wegen der Reinigung (und dem Trocknungsprozess- sonst kann die Puppe doch schimmeln, oder?) kann man sie ja nicht direkt wieder unter dem Bett oder auf dem Schrank verschwinden lassen. Die Puppe muss doch an der Luft trocknen (oder etwa nicht?), auch wenn Mutter/Ehefrau/Partnerin/Partner von dem Anblick eventuell in Schockstarre versetzt werden könnten. Die Idee, diesen Prozess mit einem Föhn zu beschleunigen, löst in der abendliche Damenrunde Gelächter aus, erscheint beim zweiten Gedankengang aber gar nicht mehr so abwegig.
Aber bekommen diese preiswerteren Puppen ein mit so viel Sorgfalt ausgewähltes Outfit oder gar einen Namen, wie die Real Dolls? Oder verschwinden sie doch ganz klischeebehaftet wieder in der Box unter dem Bett?

Fragen über Fragen.  Und wo bleibt überhaupt der erste Testbericht für eine Sexpuppe? 😀

Tanzende Genitalien für einvernehmlichen Sex

Tanzende Genitalien für einvernehmlichen Sex

Consent ist simple.
If it´s not yes, it´s no.

 

Mit diesem einfachen Slogan wirbt eine Online-Kampagne seit wenigen Wochen für einvernehmlichen Sex. Eine kanadische Agentur hat für diese Kampagne eine sehr eindrückliche Konzeption entwickelt: Genitalien mit Gesichtern tanzen durchs Bild!
Auf Bildern und in mehreren Clips kommen die Genitalien zu Wort und zeigen klare Grenzen auf. Der weibliche Intimbereich, der mit „Only if my other Lips say yes“ klar Stellung bezieht, oder der Dialog zwischen Po und Penis („I´m not sure“ „I respect that“) zeigen beiderseitiges Einverständnis als notwendige Basis für Sex und sexuelle Handlungen. Passend zur aktuellen Debatte über eine Reformierung des deutschen Sexualstrafrechts* schlägt diese Kampagne in die gleiche Kerbe wie „Nein heißt Nein“ oder „Mein Körper. Meine Entscheidung!“.

Screenshot: Project Consent is simple (www.projectconsent.com)

Screenshot: Project Consent is simple (www.projectconsent.com)

Kritiker mögen die Darstellung von Brüsten, Vaginen, Hintern und Penen als vulgär bezeichnen. Die Macher der Kampagne beziehen aber auch dazu klar Stellung. Diese Art der optischen Aufbereitung der Thematik mache „[…]es einfacher, solche Themen direkt zu adressieren – auch für Schüler, Lehrer oder Eltern. Die Kampagne sollte greifbar und unmissverständlich zeigen, welche Handlungen in Ordnung sind und welche nicht.“ (Sara Li, Gründerin des Project Consent).

Wir finden die Clips durchaus gelungen und alles andere als vulgär. Das wir Fans von eingängigen Darstellungen sind, ist ja spätestens seit unserer Werbung für ein Kondom Emoji oder #moretosafersex bekannt. 😉 Mit einfachen Mitteln wird in wenigen Sekunden ein Thema angerissen und eine kleine Botschaft vermittelt. Und da sind wir auch schon bei „unserer Kritik“: In den Clips kommt die Kommunikation ziemlich kurz. Die Dialoge und kurzen Botschaften, die auf den Bildern gezeigt werden, fehlen den Clips. Dabei steckt gerade in den Dialogen und der Kommunikation, für die auch geworben werden sollte, der große Mehrwert der Aktion. Auch wenn die Kampagne eindeutig für Hetero-Kontakte konzipiert wurde, finden wir die Heteronormativität der Clips und Bilder durchaus problematisch: Auch bei gleichgeschlechtlichen Kontakten ist Einvernehmlichkeit ein Thema und hätte hier thematisiert werden können um eine breitere Zielgruppe abzudecken. Diesen Punkt lasten wir der Kampagne aber nicht an, sondern sehen ihn viel mehr als Option für Erweiterungen und den Ausbau der Aktion. 😉

Die Clips:

*Hierzu folgt demnächst ein eigener Artikel. Ein wenig Geduld bitte. 🙂

Quellen und Links zum Weiterlesen:
Project Consent: Homepage

Der weibliche Intimbereich – eine Region ohne Namen?

Der weibliche Intimbereich – eine Region ohne Namen?

Nicht erst seit Dr. Elliot Reid in Scrubs vehement das Wort „Schmuckkätschen“ für ihren Intimbereich einfordert und sich nach ihrer Anprache über „Bajingo“s fast am Kaffee verschluckte als Freundin Carla, das Wort „Vagina“ in den Mund nahm, ist so manchem der teilweise wirklich sehr verklemmte Umgang mit dieser Körperregion bewusst geworden. Bei den Herren geht einem die klare Betitelung von „Penis“, „Schwanz“ oder „Hoden“ leicht von den Lippen. Sucht man aber nach einer für alle Seiten akzeptablen Bezeichnung für die Damen, kommt da schon so manche(r) in Straucheln.

Die weibliche Intimregion scheint keinen „richtigen Namen“ zu haben – zumindest sind die Menschen sich nicht so einig wie bei Penis oder Schwanz. Was für den einen (wie „Fotze“ oder „Fötzchen“) zu vulgär ist, ist für andere Frauen oder auch Paare Alltagssprache geworden. Wieder Anderen kräuseln sich die Nackenhaare, wenn sie erwachsene Frauen von ihrer „Lulu“ oder „Mumu“ sprechen hören. Dem nächsten ist der Begriff Yoni, der vor ein paar Jahren aus dem asiatischen Raum nach Europa kam, einfach zu albern. Andere haben ihn dankend an- und in ihren alltägliche Sprachgebrauch aufgenommen.

Planet Liebe Umfrage aus dem Jahr 2008

Planet Liebe Umfrage aus dem Jahr 2008

Eine Umfrage auf Planet Liebe hat im Jahr 2008 ergeben, dass der Großteil der weiblichen User die Begriffe „Scheide“,  „Muschi“, „Vagina“ und „Mumu“ bevorzugt. Andere Begriffe wie die bereits erwähnte „Fotze“ werden als respektlos empfunden und deshalb vermieden. Neutrale Umschreiben der Intimzone („da unten“ oder „untenrum“ finden ebenfalls großen Anklang. Dass „Pflaume“ kein geeigneter Begriff für Scheide und Co. sind, haben die Planet Liebe User ebenfalls im Jahr 2008 deutlich gemacht. Wie kreativ unsere User sind, haben sie (mit einem Augenzwinkern 😉 ) auch 2011 bewiesen.
Laura Ewert schlägt in einem Artikel der Welt den Begriff Muschel vor, der ihr sehr treffend erscheint:  „Perle! Venus!Die Muschel winkt zwar nicht fröhlich mit den Armen, aber sie weiß sich zu öffnen und zu schließen.“ Vielleicht ist das, der Begriff, auf den man sich irgendwann einigen wird? Wobei da immer noch die Frage im Raum steht, wer sich überhaupt einigt. Wer nimmt Einfluss auf die Entwicklung der Sprache, gerade bei solch durchaus sensiblen Themen?

Auffällig ist, dass einige der Bezeichnungen für das weibliche Geschlechtsorgan auf der langen Liste von Schimpfwörter stehen. Synonyme für das männliche Pendant findet man dort nicht – zumindest stechen sie einem nicht so ins Auge.

Wichtig ist dabei natürlich auch die korrekte Bezeichnung! Vagina und Vulva sind eben nicht das gleiche, auch wenn uns für beide Regionen manchmal die Worte fehlen. 😉

Vagina und Scheide bezeichnen den schlauchförmigen Kanal aus Muskel- und Bundegewebe im inneren der Frau. Mit Gebärmutter, Eileitern und Eistöcken bildet sie die inneren Geschlechtsorgane der Frau. Vulva hingegen bezeichnet die äußeren Geschlechtsteile (Schamlippen, Scheideneingang, Klitoris).
Keine Vulva ist gleich. Im Laufe des Lebens einer Frau verändert sie sich durch den Einfluss von Hormonen. In der Pubertät wachsen die Schamlippen wachsen, die Klitoris wird größer, Behaarung setzt ein. Wenn alle so individuell sind, ist es dann nicht auch okay, dem Intimbereich einen individuellen Namen zu geben, mit dem sich vor allem die Besitzerin anfreunden kann? 😉

Quellen und Links zum Weiterlesen:
Laura Ewert: Die Vagina ist in der Sprache unterrepräsentiert (Nov. 2015)