Fruchtbarkeitsprüfung mit dem Smartphone

Fruchtbarkeitsprüfung mit dem Smartphone

Wissenschaftler des Brigham and Women’s Hospital in Boston haben eine Methode entwickelt, mit der Männer selbst daheim und ohne Vorkenntnisse eine Fruchtbarkeitsprüfung mit Hilfe des Smartphones durchführen können. Die Genauigkeit des Tests soll nach Angaben bei ca. 98% liegen…

Unkomplizierte Diagnosemöglichkeit für den Privatgebrauch: Pipette, Linse, Smartphone und App

Den Entwicklern des Tests zufolge sind ca. 45 Millionen Paare weltweit von Unfruchtbarkeit betroffen, was häufig auf eine mangelnde Spermienqualität, d.h. zu wenige, zu unbewegliche oder fehlgebildete Spermien,  zurück zuführen ist. Eine Fruchtbarkeitsdiagnose für Männer ist teuer und steht immer in Verbindung mit dem häufig als unangenehm empfundenen Gang in die Klinik. Die Forscher haben daher ein Gerät entwickelt (eine Art „Mini-Labor“), welches sich mit einem handelsüblichen Smartphone verbinden lässt und sich dessen Kamera und Rechenleistung zur Analyse bedient.

Fruchtbarkeitsprüfung

(Bildquelle: Science Translational Magazine; © M.K. Kanakasabapathy et al., Science Translational Medicine (2017) )

Die Spermienprobe wird dafür zunächst auf eine Einweg-Pipette mit integrierter Probenkammer gegeben und anschließend mit Hilfe eines eingebauten Saugballs in die Probenkammer gezogen. Die Probe wird dann in eine Halterung mit Vergrößerungslinse eingespannt, auf die das Smartphone gelegt wird. Über eine App und die normale Videofunktion des Telefons werden die Spermien als kleine Pünktchen wahrgenommen und nach Anzahl, Konzentration und Beweglichkeit analysiert und bewertet. Die Materialkosten für die Vorrichtung und die Probenträger betragen hierfür ca. 5 US-Dollar.

Prototypen, Feldversuche und Trefferquote

Zur Bewertung der Qualität der Spermien nutzt die App Richtwerte der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Laut den Wissenschaftler soll diese Methode eine saubere Probe in ca. 5 Sekunden analysieren können. Aktuell befindet sich das Gerät noch in der Testphase, aber erste Testversuche der Prototypen mit einer Untersuchung von 350 Spermien-Proben lieferten vielversprechende Ergebnisse, bei denen Auffälligkeiten mit einer Genauigkeit von ca. 98% identifiziert werden konnten.

In Zukunft wollen die Wissenschaftler die Diagnose um Blut- und Speichelproben erweitern.

Was halten die User auf Planet-Liebe von einem solchen Testverfahren? Würdet ihr ein solches Gerät nutzen?

 

Herzlichen Dank an den User @einsamerEngel für den Hinweis zu dem Artikel!

Quellen:

Kanakasabapathy et al. (2017): An automated smartphone-based diagnostic assay for point-of-care semen analysis. In: Science Translational Medicine, Vol. 9, Issue 382. (Journal Paper)

Scinexx.de – Das Wissensmagazin

 

Einfach schwanger werden – Fruchtbarkeitstracker sagt Eisprung vorher

Einfach schwanger werden – Fruchtbarkeitstracker sagt Eisprung vorher

Aktuell läuft in Las Vegas die CES, die Consumer Electronics Show 2017, auf der jährlich allerhand Neuheiten, Gadgets, Smart-Geräte und elektronischer Helfer für den Alltag vorgestellt werden. Im Rahmen der Show hat die Firma AVA Science einen neuartigen Fruchtbarkeitstracker vorgestellt, der Frauen mit Kinderwunsch helfen soll, einfacher schwanger zu werden.

Armband synchronisiert sich mit Smartphone-App

Das AVA Armband (Bilder), wie sich der Tracker nennt, ist dabei in erster Linie ein Armband, an dessen Unterseite sich ähnlich einer Smartwatch Sensoren befinden, die verschiedene Parameter für eine Fruchtbarkeitsphase messen, z.B. die Temperatur oder die Bioimpedanz. Das Armband wird dabei nur Nachts getragen. Die aufgezeichneten Daten werden am nächsten Morgen mit einer Smartphone-App synchronisiert. Die App wertet die Daten aus und gibt an, wann ein „Fruchtbarkeitsfenster“ wahrscheinlich ist.

Datascience, Studien und Algorithmen

Bisherige Vorhersageverfahren für das Feststellen von Fruchtbarkeitsphasen von Frauen seien laut den Entwicklern zu ungenau oder unbequem. Um dem entgegen zu wirken schreiben die Entwickler von AVA, die alle aus dem Bereich der Medizin- bzw. Sensortechnik kommen, Algorithmen, welche die erfassten Daten auswerten. Wissenschaftliche Grundlage für die korrekte Funktionsweise des Trackers ist eine Studie in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinkum Zürich, bei der innerhalb eines Jahres über 40 Frauen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren mittels Ultraschall auf den Tag des Eisprungs hin untersucht wurden. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 89% zeige das Armband die fruchtbaren Tage pro Zyklus an.

Erfolge, Nutzerzahlen und zukünfte Anwendungsgebiete

In Amerika wurden bisher 12 Frauen, die den Tracker nutzen, schwanger. Allerdings gibt es bisher keine genaue Anzahl an Gesamtnutzern. Geplant sei laut den Entwicklern auch, dass das Armband bzw. die Datenerfassung auch für Zwecke der Verhütung (z.B. beim Verfahren von NFP) eingesetzt werden könnte. Allerdings seien die Daten hierfür noch zu ungenau, sodass weitere Entwicklungsarbeit von Nöten sei.

Ab Februar 2017 ist das AVA Armband auch in Europa zu einem Preis von voraussichtlich 250 Euro erhältlich.

 

Quellen:

www.avawomen.com/de/ | www.faz.net |

Bilder:

www.avawomen.com/de/medien | www.pixabay.com |

TV-Tipp: „Sex around the World“ (Dokumentatiosreihe)

TV-Tipp: „Sex around the World“ (Dokumentatiosreihe)

In „Sex around the World“ bereist der Kanadier Philippe 24 Länder auf dem ganzen Globus und spricht mit Experten, jungen und alten Menschen, Aktivisten und Betroffenen über die Vorstellungen von Liebe, Beziehung und Sex. Auch Pornografie, Schwangerschaft und sexuelle Gesundheit sind Themen, die nicht ausgespart werden.
Dabei werden auch kulturelle Besonderheiten angesprochen, die innerhalb der besuchten Kultur als Tabu gelten. Was in einem Land erlaubt ist, kann im anderen verpönt sein und sogar strafrechtlich verfolgt werden.
Philippe und seinem Team gelingt in der Reihe ein direkter, aber nicht voyeuristischer Blick in eine Auswahl von sexuellen Variationen rund um den Globus.
Natürlich erlaubt dieses Format nur einen Einblick in Ausgewählte Facetten der jeweiligen Sexualität und darf keinen Anspruch auf eine vollständige Darstellung erheben. Viele Aspekte werden zwar thematisiert, können im Rahmen der begrenzten Zeit des Formates aber natürlich nicht umfassend von verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden. Wenn man die Dokumentationsreihe aber als das sieht, was sie ist, nämlich lediglich ein Einblick, sollte diese Tatsache nicht als Problem, sondern als Anstoß für eine intensivere Auseinandersetzung mit anderen kulturellen L(i)ebesweisen gesehen werden. 😉

Der Besuch in Indien ist der Auftakt der Reihe. Philippe spricht mit den Menschen in Indien über die Ehe, vorehelichen und gekauften Sex, das Kamasutra und die Eunuchen, die in Indien nicht ganz ungefährliches Leben haben. Wie wird in Indien mit Sex im Film umgegangen? Wie leben junge Homosexuelle in Indien? Durch Experteninterviews erhält der Zuschauer einen Einblick.
In der Dokumentationsreihe folgen Länder wie Schweden, Japan, Ruanda, England und Argentinien. 18 weitere Nationen reihen sich ein.

Produziert wurde die Dokumentationsreihe zwischen 2011 und 2013. Die 24 Beiträge sind jeweils 50 Minuten lang und können in der ARD-Mediathek angeschaut werden. Es lohnt sich!

Quellen und Links zum Weiterlesen:
ARD Mediathek:  1/24: Indien (abrufbar bis 21.10.2016)
ARD Mediathek: 2/24: Schweden (abrufbar bis 28.10.2016)
ARD Mediathek:  3/24: Argentinien (abrufbar bis 04.11.2016)
ARD Mediathek:  4/24: Frankreich (abrufbar bis 11.11.2016)
ARD Mediathek:  5/24: England(abrufbar bis 18.11.2016)
ARD Mediathek:  6/24: Ruanda (abrufbar bis 25.11.2016)
ARD Mediathek:  7/24: China (abrufbar bis 02.12.2016)
ARD Mediathek: 8/24: Japan (abrufbar bis 09.12.2016)
ARD Mediathek: 9/24: Südkorea (abrufbar bis 16.12.2016)
ARD Mediathek:  10/24: Russland (abrufbar bis 30.11.2016)
ARD Mediathek:  11/24: Senegal (abrufbar bis 06.01.2017)
ARD Mediathek: 12/24: Libanon(abrufbar bis 30.11.2016)
ARD Mediathek:  13/24: Israel (abrufbar bis 20.01.2017)
ARD Mediathek:  14/24: Brasilien (abrufbar bis 27.01.2017)
ARD Mediathek: 15/24: Australien (abrufbar bis 03.02.2017)
ARD Mediathek:  16/24: Deutschland (abrufbar bis 30.11.2016)
ARD Mediathek:  17/24: Mexiko (abrufbar bis 01.12.2016)
ARD Mediathek:  18/24: Vietnam (abrufbar bis 30.11.2016)
ARD Mediathek: 19/24: Südafrika (abrufbar bis 30.11.2016)
ARD Mediathek:  20/24: Türkei (abrufbar bis 30.11.2016)
ARD Mediathek:  21/24: Indonesien (abrufbar bis 30.11.2016)
ARD Mediathek:  22/24: Griechenland(abrufbar bis 30.11.2016)
ARD Mediathek:  23/24: Polen (abrufbar bis 30.11.2016)
ARD Mediathek: 24/24: Italien (abrufbar bis 30.11.2016)

Studie: Jugendsexualität 2015 (BZgA)

Studie: Jugendsexualität 2015 (BZgA)

Heute wurde in Berlin die neue BZgA Studie „Jugendsexualität 2015“ vorgestellt. Schwerpunktthemen der Befragung sind Aufklärung in Schule und Elternhaus, erste sexuelle Erfahrungen, Verhütungswissen und Verhütungsverhalten. Befragt wurden 5750 Jugendliche (1750 mit Migrationshintergrund*) zwischen 14 und 17 Jahren im gesamten Bundesgebiet. Erstmals wurden in diesem Jahr auch die 18 bis 25 zu ihrer Einstellung und ihrem Verhalten zu Fragen der Sexualität und Verhütung interviewt.
Ergebnis: Die Jugendlichen haben nicht (wie es manchmal den Anschein haben mag) immer früher Sex. Auch das Verhütungsverhalten der Jugendlichen entwickelt sich weiter positiv! Die von der Presse auch als „Generation – Porno“ bezeichnete Generation von Jugendlichen scheint sich eher auf konservative Werte zu berufen.

Sex vor dem 14. Geburtstag ist und bleibt die absolute Ausnahme unter den Jugendlichen in Deutschland. Im Alter von 17 Jahren haben 2015 mehr als die Hälfte der Jugendlichen bereits ihre ersten Erfahrungen gemacht. Bis zum Ende des 19. Lebensjahres haben 90 Prozent der jungen Frauen ihr erstes Mal bereits hinter sich. Einen Unterschied gäbe es hier bei der Herkunt: Frauen mit ausländischen Wurzeln sind etwas später dran. Mit 21 Jahren haben zwei Drittel von ihnen Sex gehabt. Als Ursache werden auch sozialisationsbedingte Moralvorstellungen (28 Prozent „Kein Sex vor der Ehe“) angegeben. Bei den Mädchen deutscher Herkunft wollen nur 4% bis zur Ehe warten. Gerade bei jungen Mädchen spiele auch die Angst, „dass die Eltern davon erfahren“ eine große Rolle. Diese Angst verliert mit zunehmenden Alter jedoch an Bedeutung. Der Hauptgrund für Zurückhaltung in Sachen Sex sei bei den meisten Jugendlichen der fehlende Partner. Eine Beziehung ist dem Großteil der Befragten wichtig für das erste Mal.
Die jungen Herren sind bei ihren ersten Erfahrungen im Durchschnitt 2 bis 3 Jahre älter als die Damen.
Insgesamt seien die Jugendlichen auch offener für Bi- und Homosexualität. Knutschen mit dem gleichen Geschlecht sei für einen Teil kein Problem mehr, sich in Sachen Orientierung „festzulegen“ hingegen schon. Bestehen bleibt der Trend zur festen Beziehung. Forscher sehen darin einen Retro-Trend, den Willen es besser zu machen als die Elterngeneration, die von unbeständigen Beziehungen und Ehen geprägt sei (Berliner Morgenpost).

Eine eindeutig positive Tendenz verzeichnet die Studie beim Verhütungsverhalten. Über 90 Prozent der sexuell aktiven Jugendlichen gaben an, mit ihrem Partner oder der Partnerin über Verhütung zu sprechen. Insgesamt informieren sich viele Teenies vor ihren ersten Erfahrungen.
Heute haben „nur noch“ 6 Prozent der Jungen und 8 Prozent der Mädchen ihr erstes Mal ohne Verhütung. 1980 waren es noch 29 bzw. 20 Prozent! Ein sehr positiver Trend, der sich hoffentlich fortsetzt. Aber auch beim Verhütungsverhalten belegt die Studie kulturelle Unterschiede: So liegt die Zahl des gänzlich ungeschützten ersten Males bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund bei 10 Prozent. Aber auch hier gibt es sehr positive Entwicklungen: 2005 lag der Wert  noch bei 34 Prozent!

Tomizak / pixelio.de

Tomizak / pixelio.de

Insgesamt bleibt das Kondom das Verhütungsmittel Nummer 1 beim ersten Mal. 73Prozent der Jugendlichen gab dies an. Ein Großteil der Mädchen nimmt schließlich die Pille (Dazu kürzlich: Pillenreport 2015). Andere Verhütungsmittel sind eher unbedeutend.

Das Elternhaus spielt in Sachen Aufklärung heute eine wichtige Rolle. Auch zeigen sich deutliche Unterschiede bezüglich der Herkunft. 63 Prozent der Mädchen und 51 der Jungen deutscher Herkunft gaben ihre Eltern als zentrale Beratungsinstanz in Sachen Verhütung an. Bei Familien mit nichtdeutschem Hintergrund suchen nur 41 Prozent der Mädchen und 36 Prozent das Gespräch mit den Eltern.
Eine große Rolle kommt auch der Schule zu. Im Schnitt gaben 93 Prozent der Jugendlichen an, dass sie in der Schule aufgeklärt wurden. Gerade für Jugendliche mit Migrationshintergrund seien Lehrkräfte wichtige Bezugspersonen, weil ihnen vielfach die Eltern als Ansprechpartner fehlen. Der flächendeckende Sexualkundeunterricht ist nach Ansicht der Kinder- und Jugendärztin Thaiss auch der Hauptgrund für die „erfreulichen Ergebnisse“.

Überraschen euch die Ergebnisse?

*Damit sind in der Studie Jugendliche gemeint, „die selbst nicht die deutsche Staatsangehörigkeit haben oder bei denen mindestens einer der Elternteile bei der Geburt nichtdeutscher Staatsangehöriger war.“(BZgA)

Quellen und Links zum Weiterlesen:
BZgA: Pressemitteilung „Jugendsexualität 2015“
Süddeutsche Zeitung: So lieben und verhüten Jugendliche
Berliner Morgenpost: Jugendliche besinnen beim Thema Sex auf alte Werte

Pillenreport 2015

Pillenreport 2015

Eine aktuelle Studie („Pillenreport“) der Techniker Krankenkasse (TK) und der Uni Bremen kritisiert den Wandel der Pille vom Verhütungsmittel zum Lifestyleprodukt. Auch die gezielte Werbung der Pharmaindustrie in den sozialen Netzwerken wird vom TK Vorsitzenden und im Pillenreport scharf kritisiert. Die „Kostenloskultur“ im Internet trage auch dazu bei, dass Hersteller Werbung setzen können ohne das diese vom Konsumenten groß hinterfragt wird.

Quelle: Pillenreport/ Techniker Krankenkasse

Grafik: Pillenreport 2015 / Techniker Krankenkasse

Nachgewiesen wurde, dass die Pillen der zweiten Generation genauso sicher verhüten, wie die Produkte der dritten und vierten Generation, dabei aber ein geringeres Thromboseriskiko mit sich bringen. Trotzdem werden vor allem die Pillen der letzten zwei Generationen in Deutschland von ca. 7 Millionen Frauen in Deutschland eingenommen. Unter den 16-19 jährigen Mädchen nehmen ca. 60% die Pille. Bei den Mädchen unter 16 seien es ca. 7% und das nicht zur Empfängnisverhütung!

Auch in den Threads auf PL fällt in den letzten Jahren immer wieder auf, dass gerade junge Mädchen eine Pille nehmen wollen, die die Haut schöner und die Brüste größer macht. Vernachlässigt wird dabei oft das Thromboserisiko, das zu Schlaganfällen, Lungenembolien und im schlimmsten Fall auch zum Tod führen kann. Studien zu folge ist das Thromboserisiko der dritten Generation auf neun bis zwölf Embolien pro 10.000 Frauen und Jahr erhöht und damit um das 1,5- bis zweifache höher als bei Pillen der zweiten Generation. Auch die Pillen der sogenannten vierten Generation haben Studien zufolge ein ähnliches Risiko. Junge, gesunde Frauen mit Normalgewicht, die nicht rauchen, hätten nichts zu befürchten. Frauen, die rauchen und übergewichtig sind, zählen zur Risikogruppe und müssten (nicht nur von ihrem Frauenarzt) über diese Gefahr des Venenverschlusses aufgeklärt werden. Gerade sie sind besonders gefährdet!

Eine dänische Studie, aus dem Juni 2015, sieht einen Zusammenhang zwischen Hormongabe und der Herausbildung von Gliomen (Hirntumoren). Frauen, die mit einer Minipille verhüten, hätte ein leicht erhöhtes Risiko für diese Hirntumore. Weitere Studien sollen das jetzt prüfen und nachweisen.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) weist in regelmäßigen Abständen auf die Risiken der modernen Antibabypillen hin. So wird vor allem Erstanwenderinnen und Frauen unter 30 Jahren empfohlen Pillen mit geringerem Thromboserisiko zu verordnen.

Auch der Pillenreport kritisiert die aktuelle Verschreibungspraxis. Marketing (auch über soziale Netzwerke), die bunte Aufmachung und die Präsenz  in den deutschen Frauenarztpraxen würden dazu führen, dass meist die neuen Generationen verschrieben werden, obwohl sie ein höheres Risiko bergen.

Die Pille ist eine der Ursachen, warum viele Frauen heute frei und unbeschwert ihre Sexualität ausleben können. Sie ist aber keines Falls ein Bonbon oder gar ein Lifestyleprodukt, dass jeder „einfach mal so“ nehmen sollte. Über mögliche Nebenwirkungen, abseits der Thrombose, gibt es auf PL mehr als genug Threads. Libidoverlust und Stimmungsschwankungen sind nur zwei der dort immer wieder auftauchenden Probleme. Trotzdem ist die Pille für viele Frauen die perfekte Verhütung und das kann auch gerne so bleiben. Ein bisschen mehr Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen (nicht nur von Apotheker 😉 ), kann aber mit Sicherheit auch nicht schaden. Gerade wenn man bedenkt, wie viele junge Mädchen bereits die Pille nehmen.

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Grafik: Pillenreport 2015/ Techniker Krankenkasse

Welche Erfahrungen habt ihr mit der Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen gemacht?
Haben eure FAs euch umfassend aufgeklärt?
Habt ihr euch bei der ersten Verschreibung gut beraten gefühlt?
Wurden euch verschiedene Produkte angeboten oder nur eins?

Quellen und Links zum weiterlesen:
Techniker Krankenkasse – Pillenreport 2015
nTV – Pillenreport warnt vor Thromboserisiko
Pharmazeutische Zeitung – Studie findet leicht erhöhtes Risiko

Bildquelle:
Grafiken: Pillenreport 2015/ Techniker Krankenkasse