So ganz neu ist das Thema nicht. In den letzten Jahren wurde immer wieder über resistente Stämme von sexuell übertragbaren Krankheiten wie Tripper berichtet. Auch das Robert-Koch Institut (RKI) in Berlin warnte 2014 war vor H041 – einem mutierten Erreger des Trippers, der 2011 zuerst in Japan entdeckt wurde. 2013 setzte die WHO Tripper wieder auf die Prioritätenliste der öffentlichen Gesundheit. Dort waren Geschlechtskrankheiten wie Tripper und Syphilis seit 1928 nicht mehr zu finden. Antibiotika waren seit dem billig und weitverbreitet. Die meisten STIs waren kein Problem mehr und schnell behandelbar.

Zum Jahreswechsel bringen britische Ärzte die aktuellen Entwicklungen durch einen Brandbrief aber erneut in den Fokus der Öffentlichkeit.

In Großbritannien warnt  eine Chefärztin aktuell in einem offenen Brief vor resistenten Stämmen der sexuell übertragbaren Krankheit Tripper (Gonorrhoe). In Leeds sei  bereits im März ein Stamm der STI (= Sexual transmitted Infektion) entdeckt worden, der bereits resistent „gegen einige Medikamente ist“.  Da der Stamm nicht auf das gängige Antibiotikum Azithromycn anschlug, verbreitete der Stamm sich offenbar auch in umliegenden Orten.
Der Tripper-Stamm  in Großbritannien sei dabei sich zu einer unheilbaren Krankheit zu entwickeln. Derzeit gäbe es nur wenige Alternative Behandlungsmöglichkeiten abseits der Antibiotika, welche aber noch effektiv eingesetzt werden können. Aber auch die Alternativen könnten durch neue Resistenzen bald nutzlos werden.

S. Hofschlaeger / pixelio.de

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Problematisch ist das vor allem, weil viele Betroffene lange überhaupt keine Symptome bemerken und die Krankheit so weiter streuen können. So kann es zwar u.a. zu Schmerzen beim urinieren kommen, aber bei fast der Hälfte der infizierten Frauen und immerhin zehn Prozent der männlichen Betroffenen treten gar keine Symptome auf. So wurde Tripper im letzten Jahr zur zweit häufigsten STI in Großbritannien.
Langfristig kann ein unbehandelter Tripper, der durch Kontakt mit einer infizierten Schleimhaut beim Sex übertragen wird, zu Unfruchtbarkeit, Eileiterschwangerschaften, Bauchhöhlenentzündungen oder gar Blutvergiftungen führen.

Empfohlen wird von den britischen Medizinern daher der konsequente Gebraucht von Kondomen (gerade bei wechselnden und neuen Sexualpartnern) sowie regelmäßige Arztbesuche von Menschen mit erhöhtem Risiko. Darunter fallen laut RKI vor allem junge Menschen und Männer die Sex mit Männern haben und öfter den Sexualpartner wechseln sowie Sexarbeiter_innen. Die Diagnose erfolgt mit einem Abstrich von der betroffenen Region im Genital-, Anal- oder Rachenraum.

Tripper und Chlamydien sind die beiden in Europa am meisten verbreiteten bakteriellen Infektionen. Im Jahr 2011 zählte die europäische Seuchenbehörde ECDC in Stockholm 39.179 Fälle; 59 Prozent davon wurden aus Großbritannien gemeldet. Die hohen Zahlen ergeben sich für Großbritannien aus der Meldepflicht, die in vielen anderen Ländern für Tripper nicht besteht. In Deutschland wurde sie 2001 (bis auf Sachsen) abgeschafft.

Quellen und Links zum Weiterlesen:
Heipraxis.net: Tripper lässt sich künftig nicht mehr mit Arzneimittel behandeln?
Apothekenumschau: Tripper: bald unheilbar? (2014)
Robert-Koch-Institut: Gonorrhö (Tripper)